Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 29.1913

Seite: XI
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flrchitektonifche Rundlchau

Seife XI

1915,11

Art und Einteilung der Füllungen oder Cängsnuten ilt uertchieden und pafft
lieh dem Gebäudecharakter an. Als Einlage findet eine teuer- und oolumen-
beftändige Kollerung Verwendung, die trocken in die Tür eingebracht roird.

An diefer Stelle uerdienen auch die Ichmiedeeifernen Türzargen des
Faconeifen-Walzwerks £. Hlannftaedt & Eie., Köln-Kalk, Ermahnung. Klan
findet fie z. B. in dem lehr fchönen Paoillon der Firma in der Bauftoffab-
teilung neben allerlei reizuollen Ziereifen, der berühmten Spezialität diefcs
Werkes. Vorzüge diefer gefetjlich gefchüljten Rahmen, die in den uerfchieden-
ften Profilen zu haben, alfo den mannigfachften Aufgaben angepafjt find,
beftehen in dem bündigen, fugenlofen Anfchlufj der Rahmen an die Wand-
flächen und rückfeitiger Vernietung der Steinanker, fo dalf keine fliefflecken
auf der Vorderreite Sichtbar roerden können.

rieben den feuerficheren Konftruktionen Spielen auch die Schallsicheren
eine recht bedeutende Rolle. Schon früher mar es eine wichtige Aufgabe, in
Betrieben, die mit der Erzeugung großer GeräuSche verbunden Sind, die Kontor-
räume oder Zeichenfäle So abzuSchliefjen, dalf die geistige Arbeit ohne wesent-
liche Störung oollbracht roerden konnte. Aber So recht zur Bedeutung find
die Schallsicheren Konstruktionen erft feit Einführung des Telephons gelangt,
das roir uns aus unterem geschäftlichen Heben nicht mehr fortzudenken oer-
mögen. Der Bau oon Schalldichten Telephonzellen hat Sich längst als Sehr
notwendig erroiefen, und obwohl bereits uiel auf dieSem Gebiete geschehen
ft, find die Spezialfirmen doch Ständig bemüht, diele Konstruktionen noch zu
oerbeffern. Hand in Hand mit der Veruollkommnung der Telephonzellen geht
die Konstruktion der Schallsicheren Türen und Wände zum AbSchluff uon Sprech-
und Beratungszimmern, Operationsräumen ufro.

Von der Behandlung der Schallsicheren Wände, die in Sehr mannigfacher
Ausführung auf der Baufach-Ausftellung zu Sehen Sind, möchte ich hier ab-
fehen, da dies in ein anderes Fachgebiet gehört. An diefer Stelle erwähnens-
wert Sind die Schallsicheren Türen und Telephonzellen, welche dieTelephon-
zellen-BaugeSellfchaft Eöln m. b. H., Cöln - Ehrenfeld, ausgestellt hat.
Sie find aufjen und innen in Erle oder aufjen in Eiche, innen in Erle aus-
geführt und zeigen durchweg fugenloSe, glatte Holzwandungen ohne Polste-
rung. Durch die patentamtlich geschützte Isolierung Soll eine abfolute Schall-
dämpfung erreicht werden, und da die Wandungen beiderseits mit kreuz-
weis oerleimten Platten belegt find, So iSt auch ein Reiffen, Ziehen und
Werfen der Wandungen und Türen So gut wie ausgeschlossen. Die Polsterung
der Telephonzellen halte auch ich für einen überwundenen Standpunkt, da

es unmöglich iSt, die gepolsterten Wand- und Türflächen, die zur Stauban-
Sammlung und mithin zur Entwicklung oon Krankheitsftoffen Gelegenheit
geben, So rein zu halfen, wie es die hygienischen Anforderungen Bedangen.

Als Schutjtüren und Schutjfenfter hat man auch die uon R. mm er-
mann, Bauten, in einem Paoillon ausgestellten Konstruktionen zu bezeichnen.
Es handelt Sich um eiferne SpezialkonSfruktionen für Krankenhäuser und
Irrenanstalten, die einerseits eine Verdung der Kranken, andererseits ein Ent-
fliehen derselben oerhindern. Ich möchte wenigstens eine der hier ausge-
stellten Konstruktionen besonders heroorheben. Es iSt eine Zellentür für Jrren-
häufer. Ein bekannter Trick der Irren besteht darin, Sobald der Wärter die
Zelle betritt, aus dem Raum in den Korridor zu Springen und die Zellentür
zuzulchlagen, So dal^ der Wärter gefangen iSt. Denn diele Zellcnfüren laSSen
Sich natürlich oon innen nicht öffnen. Bei der hier oorgeführten Spezial-
konStruktion Springt aber das DrückerSchlofj nicht ein, nachdem man die
Zellentür geöffnet hat. Es Schliefet erSt, wenn man durch Drücken auf einen
unsichtbar angeordneten Knopf eine Hemmung auslött. Diefen Kunstgriff kennt
der Irre natürlich nicht, und es gehört auch eine gemiSfe Ruhe dazu, ihn
anzuroenden, die ein Geisteskranker, der entfliehen will, nicht befitjt.

Ich habe oben oerSchiedene Fenfterkonftrukfionen besprochen, deren Vor-
züge namentlich darin beftehen, dafj man die Oberflügel zum Zwecke der
Lüftung und Reinigung herunferlaSSen, bezw. in jeder £age feftStellen kann.
Gebräuchlicher als dieSe Konstruktion Sind die mechanischen, an jedem Fenfter
anzubringenden Vorrichtungen zum Öffnen der OberfenSter bezw. zum Selbst-
tätigen FeftStellen derselben. Die Spezialfirma Gebr. Regner, Berlin N, zeigt
hier ihren patentierten OberfenSferöffner „FriSche £uft“ in Sehr mannigfacher
Ausführung an uerfchiedenen FcnStern, die auch mit dem Selbsttätigen Fenffer-
feStSfeller für untere Flügel bei Kaften- und Doppelfenstern bezw. bei einfachen
FenStern uerfehen Sind. Die Oberflügel werden durch Betätigung einer Hebel-
Stange, an welche die Oberflügel mittels RiegelSchere angeSchloSSen Sind, ge-
öffnet, und ich habe mich überzeugt, dafj Sich der Hebel leicht handhaben
läfjt und die Vorrichtung gut funktioniert. Auch hier iSt es gleichgültig, ob
der Oberflügel rechtwinklig, flach- oder rundbogenförmig gestaltet iSt, und ob
er nach unten oder nach oben aufSchlägf, denn Hebel und Verriegelung Sind
allen diefen Spezialkonftruktionen angepafjt.

Den mannigfachen Fenfteröffnern möchte ich Schliefjlich noch einen paten-
tierten FenSterladenöffner gegenüberstellen, ln oielcn Gegenden Sind an die

(fortlefjuncj Seite XII)

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