Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 31.1914-1915

Seite: 33
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Abb. 69. Aula. Türdetail.*)

Baugewerkschule an der Kurfürstenstraße zu Berlin.

Architekt Ludwig Hoffmann,

Bauabsicht: Der Architekt war bemüht, nicht nur zum Unterrichten geeignete Räume
zu schaffen, sondern auch den Bau in möglichst weitgehendem Maße als Lehrmittel zu
gestalten.

Äußeres: Durch viele Jahrhunderte hindurch bildete das Studium der Säulen-
ordnungen eine der Grundlagen des Unterrichts in der Baukunst. Die Beobachtung ihrer
Einzelheiten und deren Zusammenwirken, so der Feinheiten der verschiedenen Säulen-
schwellungen, der Mannigfaltigkeit der Kapitälbildungen und der Beziehungen von Gebälk
zu Säule waren dem Architekten — wie das Studium des Akts dem Bildhauer und Maler
— das beste Mittel zur Stärkung seines Auges und zur Verfeinerung seines Gefühls. Des-
halb ist hier die Außenfront eine Säulenordnung und zwar eine berlinische. Sie ist groß
im Maßstab, um dem Schüler immer wieder aufzufallen. Dabei ist sie einfach und klar
im Detail. Ein großes architektonisch betontes Portal hätte der Fassade einen palast-
artigen Charakter verliehen, das bescheidene Einschneiden der Tore in das Sockelgeschoß
wahrte den Eindruck der Säulenordnung und gab dem Schülereingang einen anspruchs-
losen Charakter. Die Fassade wurde in Muschelkalkstein ausgeführt (Tafel I, Abb, 70—73).

Die Fassaden des großen Hofes sind in Putz mit Sandsteingliederungen, das Pflaster
aus Mosaiksteinen hergestellt worden. Im Hofe wurde mit der Aufstellung interessanter
Teile alter abgebrochener Berliner Häuser begonnen (Abb, 74—77, 82), Die Wände des
größeren Lichthofes sind in Ziegelsteinen mit geputzten Flächenteilen, die Wände des
kleineren Lichthofes ganz in Ziegelsteinen ausgeführt. Der größere Lichthof erhielt ein
gemustertes Ziegelsteinpflaster, der kleinere ein Mosaikpflaster.

*) Photographische Aufnahmen von E, von Brauchitsch, Berlin.


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