Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 31.1914-1915

Seite: 96
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Das Wembergschlößchen

„Hoflössnitz“ bej Dresden,

ein äußerlich ganz einfacher,
im Innern prächtig mit Wand-
und Deckenmalereien, Kaminen
usw. ausgestatteter Fachwerk-
bau, etwa 1650 für den Kur-
fürsten Johann Georg II. er-
richtet, war nach langer Ver-
nachlässigung 1889 an den kunst-
liebenden General von Sucka-
noff-Podkolzine verkauft und
von diesem mit großen Mitteln,
aber weder künstlerisch noch
konstruktiv glücklich wieder h er-
gestellt worden. Das prunk-
hafter aufgeputzte Haus erhielt
damals den in den Formen des
18. Jahrhunderts und aus Blech
hergestellten Dachreiter, der
völlig unorganisch auf der Fas-
sade sitzend, die ruhige Ge-
schlossenheit des großen roten
Ziegeldaches und die reizvolle
Umrißlinie der Ostseite mit dem
Treppenturm vernichtete und
sehr bald den dafür zu schwachen
Abb. 186. Weinbergschlößchen „Hoflössnitz“ bei Dresden. Alter Zustand. Dachstuhl durchdrückte, so daß

im Innern großer Schaden ent-
stand. Auf der Talseite wurde

eine steinerne Terrassenbrüstung mit ins Leere führender geschwungener Freitreppe vorgelegt, welche für die Ansicht
vom Tale her das ganze Erdgeschoß verdeckte (vgl. Bild des alten Zustandes). Nach 1900 erwarb der Hoflössnitz-Verein
das Schlößchen und ließ es durch Professor Högg gründlich und in seiner alten Eigenart wiederherstellen, was
mit erheblichen technischen Schwierigkeiten, namentlich bei der Auswechslung des zerstörten Fachwerks geschah.

Abb. 187. Wiederherstellung des Weinbergschlößchens Hoflössnitz bei Dresden. Architekt: Prof. Emil Högg.

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