Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 31.1914-1915

Seite: 102
DOI Artikel: 10.11588/diglit.27701.7
DOI Seite: 10.11588/diglit.27701#0106
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/architektonische_rundschau1914_1915/0106
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
Abb. 222. Rudolf Schmid, Wohnhaus Gütermann, Gutach i. Br,

nur die Häuser gebaut, die hier abgebildet werden, sondern es ist auch zu sehen, daß in
der allerneusten Schicht sein gutes Beispiel schon zu wirken beginnt, und daß er vielleicht
seiner Heimatstadt eine bessere bauliche Zukunft vorbereitet,

Schmid hat seine Kunst nicht aus dieser Stadt gezogen. So weit sind wir noch lange
nicht wieder, daß das möglich wäre. Aber die Qualität der alten Bauten hat gewiß stark
seine Entwicklung beeinflußt und mehr als jeder Unterricht zu der großen Sicherheit seiner
Arbeit beigetragen, die er in kühnen und schwierigen Unternehmen zeigt. Von den Kunst-
städten, die er in den Lehrjahren aufsuchte, hat wohl München den stärksten Einfluß auf
ihn ausgeübt, wo zu seiner Zeit Gabriel Seidl die süddeutsche Abart des modernen Stiles
pflegte, Stuck sein persönliches Künstlerhaus baute und Emanuel Seidl aus beiden Elementen
eine besondere Art des großbürgerlichen Eigenhauses in den kleinen Palais um den Karolinen-
platz entwickelte. So mag dem ausgesprochenen Norddeutschen manches nicht nach dem

102
loading ...