Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 31.1914-1915

Seite: 124
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ein einfaches Walmdach auf langgestreckter rechteckiger Grundlage abgeschlossen wurde.
Auch der quadratische Grundriß des Wohngebäudes erhielt eine einfache Dachform, ein
Zeltdach, Die ruhigen Umrißlinien der Hauptmassen werden durch die niedrigen Anbauten
und den Verbindungsgang abwechslungsvoll unterbrochen.

Während das Institut eine regelmäßige, dem Bedürfnis angepaßte Achsenteilung mit
großen Fenstern erhielt, wurde das Wohnhaus flächiger behandelt und geputzt. Nur die
Fensterumrahmungen und der durch einen Vorbau mit zwei Säulen hervorgehobene Ein-
gang sind aus Tuffstein gefertigt. Das Wohnhaus sollte einen behaglichen Eindruck ver-
mitteln, das Institut mußte strenger aufgefaßt werden. Durch größeren Aufwand an Hau-
steinen für die Architekturteile, durch Anordnung von Pilastern mit ionischen Kapitälen in
jeder Achse, durch Abschluß des Hauptbauteiles mit einem zusammenfassenden Hauptgesims
und Fries wurde dieser Bauteil straffer gegliedert. Die am Haupteingang angeordneten
überlebensgroßen Figuren, körperliche und geistige Arbeit darstellend, und das Ausklingen
der Pfeilerteilungen an den Vorbauten in Kinderfiguren und Vasen sollen das Instituts-
gebäude monumental steigern und schmücken, Die Figuren am Eingang stammen von
Professor Jansen in Stuttgart, die Kinderfiguren von Professor Netzer in Düsseldorf, Sehr
bezeichnend für die Bestimmung des Instituts sind die in jeder Achse in der Höhe des
Firstes herausragenden Abzüge, die mit der Dachfläche einheitlich verschiefert sind.

Das Raumprogramm wurde von dem Leiter des Instituts, Professor Dr, Franz Fischer,
aufgestellt, die Entwurfsbearbeitung und die Bauausführung war dem Beigeordneten Helbing
übertragen, die örtliche Bauleitung lag in Händen des Architekten Weiß,

Abb, 282. Helbing u. Weiß, Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung. Flur,

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