Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 31.1914-1915

Seite: 134
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liehe Art zeichnen seine Bauten aus; da fehlen überraschende Verstiegenheiten ebenso
wie das allzu Gefällige, Es stecken weniger Reize als vielmehr künstlerische Werte in
seinen Werken, Sie wollen mit demselben Gefühl für das Wesentliche betrachtet werden,

mit dem sie geschaffen
wurden.

Wie sehr die künst-
lerische Gewissenhaftig-
keit bei Straumer die

gesamte Arbeit be-
herrscht, zeigt die be-
scheidene Zurückhaltung,
mit der der ehrgeizige,
massenfrohe Wallot-
schüler an seine ersten
Aufgaben, die kleinen
Landhäuser, herangetre-
ten ist. Da ist er ganz
ein Nachfahr des alt-
modisch-schlichten Dorf-
baumeisters geworden,
der mit sparsamsten
Mitteln, mit handwerk-

Abb. 320 u. 321,

Heinrich Straumer, Straße an der Buche,

licher Tüchtigkeit und
naivem Schönheitssinn
Häuser baut, die nicht
mehr sein wollen, als
eine Wohnstätte für
Menschen, Hiervergessen
wir alle Fassadenkünste,
alle Reden von moder-
nem Stil und neuer For-
mensprache, Straumer
kann keine abstrakte
Architektur machen, er
kann nur für eine be-
stimmte Aufgabe eine
Form finden. Der Städter
spielt auf dem Lande
immer eine etwas komi-
sche Figur, er ist weder
ganz Bauer noch ganz

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