Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

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schaft in d. Iiunst d. altenVolkei' p. 112) üher die von antikem
Gebiauche ahweichende Wiedeigahe des Wasseis duich Zickzack-
linien. Uehei das seltsame Dekoiationssystem siehe unten § 7 7.
2. Füi die Gefässe mit koiinthischem Alphabet') liegt uns
ein leiches Mateiial, das in neueiei Zeit duich den Fund dei
Pinakes in Beilin hedeutend veimehit woiden ist, aus Giiechen-
land selbst voi. Wii sind daduich einmal in den Stand gesetzt,
das epigiaphische Veihältnis dei Vasen giiechischen zu denje-
nigen italischenFundoits genauzu unteisuchen, und können uns
andeieiseits ein klaies Bild davon entweifen, wie weit in ai-
chaischei Zeit die Iienntnis dei Schrift untei den Handweikern
veibieitet wai und in welchem Umfange sich jjVeischieibungena
in ihienlnschiiftenünden. Wii wendenuns zunächst zuiUntei-
suchung dieses zweiten Punktes und piüfen an dei Hand des
Beiliner Kataloges (347—955) die Inschiiften dei doitigen Pi-
nakes auf ihie Genauigkeit hin.

Füi Buchstabenausfall haben wii mehiere Beispiele:
468. TO (füi TOS).
476 und 955. AMB6BKB.
485. A/V({)SP2:TA.
765. A(B/vA . .
803. rOTAA/v . . .
349 1
t rOTBAAA.


TOTSAA/V.
840 j
Letzteie heiden Beispiele nach Kiichhoff's Ansicht (Studien
p. 103, Anm. 1) keine Varianten des Namens, sondein Bueh-
stabenauslassungen.

') Erst nach Vollendung rneiner Arheit erhalte iclr Kenntnis von dem
soehen erschienenen Artikel Paul Kretschmer's über die korinthischen Vasen-
inschriften in derZeitschr. f. vergleich. Sprachforschung. Band 29, 1887, p. 152 ff.,
welcher das Material erhehlieh ergänzt und mehrfach neue Lesungen hietet. Den
Standpunktdes Verfassers kennzeichnet der Satz: üDie Ansicht, als seien die in
Etrurien gefundenen Gefässe etruskische Nachahmungen korinthischen Fabri-
kates, hedarf bei dem heutigen Stande der archäologischen Wissenschaft keiner
Widerlegung mehra.
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