Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

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Im Wegfall des y, iesp. in . . . ^*^T^(j)A (486) weiden
wii' jedoch mit Röhl (zu I. G. A. 20, 2) eine Bequemlichkeit
der Aussprache zu erkennen haben, für welche uns die Francois-
vase mehrere sichere Beispiele bietet. Vgl. auch Biass, Ausspr.
d. Griech. 2 p. 73. Mit einem Buchstaben zu viel würde uns
701 beschenken, falls Riihfs Lesung (zu 20, 89) das
Richtige trifl't. In 475 und 480 ist in linksläuüge Schrift ein
rechtsläuüger Buchstabe geraten, ein leicht verzeihliches Versehen.
das sich auch auf Steininschriften ündet. Für den E-Laut wird
ohne Unterschied im nämlichen Worte ^ und B zugleich ange-
wendet (z. B. 392, 419, 420, 453, 476), ebenso fiir Jota in dem-
selben Worte ^ und $ (475). Ei wird in der Regel durch E. in
mehreren Fällen (z. B. 495, 834) jedoch auch durch wieder-
gegeben. E^ (I. G. A. 43 A) auf einer in französischem Be-
sitze beündlichen Scherbe ist, wenn richtig gelesen, verschrieben.
Auf dem Pinax I. G. A. 37 A, der ebenfalls nicht im Besitz
des Berliner Museums ist, ist fünfmal E fiir & geschrieben. Röhl
bemerkt dazu: oPictorinc nova et singularis alphabeti varietas
placuerit an editor quintuplicis erroris reus sit faciendus, animi
pendeoü. E in A(^$TPETAA (828), A^A/^AEA (764), PBPA-
EOOBA (838) hält Kircliholl' a. a. O. für eine Verschreibung
anstatt $ in den beiden letzteren Formen allerdings nur ver-
mutungsweise. Vor v und o, aber nur da, hat sich Q erhalten;
das Fragment 391 (Röhl 20, 99) kann ebensogut Qv als Qc ge-
lesen und z. B. zuKyloidas, denwir auf einemPinax(412; Röhl
20, 47) als Stifter hnden, passend ergänzt werden. Psi wird nach
Belieben durch oder i// ausgedrückt (vgl. Röhl zu Addenda
36 A). Offenbar sinnlose Buchstaben Rnden wir nur auf 900,
einem Fragmente osehr primitiven Stilsfi; in mehreren anderen
Fällen reicht entweder das Erhaltene zur verständlichen Ergän-
zung nicht aus oder die Buchstaben sind, weil verwischt und
zerstört, nicht mehr deutlich lesbar.
Man wird mir entgegnen: a Dic korinthischen Gefässe stehen
der Zeit nach der Alehrzahl der in Italien gefundenen zu fern,
ihre Inschriften bieten zu wenig Abwechslung, als dass man sie
zur Vergleichung heranziehen könntetf! Aber sind wir nicht be-
rechtigt, bei Gefassen höheren Alters weit eher ein Missver-
ständnis in den Inschriften, einen lapsus calami anzunehmen,
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