Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 7
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als auf Vasen einer Zeit, in dei* die Kcnntnis des Schieibens
doch sicher schon in weiteie Kreise gediungen wai und heiin
Einzelnen sich mehr gefestigt hatte? Und forderte nicht das
Fabrikmässige in der HersteHung dieser Pinakes, die ja zum
grössten Teile bei weitem nicht mit der Sorgfalt der Vasen ge-
fertigt sind, eher zur Nachlässigkeit und Flüchtigkeit auf?
Auf dem Fragment 662 hndet sich ein Alphabet, doch wohl
eine Vorlage für den des Schreibens nicht ganz kundigen Maler.
Und doch, wie verhältnismässig sorgfältig und genau ist, trotz-
dem dass die Maler solcher äusseren Hilfsmittel bedurften, Alles
geschrieben! Was besagt bei der raschen Massenproduktion dieser
Täfelchen ein Buchstabe zu wenig oder zu viel, ein Zeichen nach
Hnks statt nach rechts gewendet? Einer sinnlosen Zusammen-
stellung von Buchstaben begegnen wir nur einmal auf einer
Scherbe rohester Art; offenbare Missverständnisse einzelner Worte
— und darauf lege ich den Hauptnachdruck —, wie sie die
italisehen Vasen selbst in ihren besten Beispielen oft genug zei-
gen, fehlen hier gänzlich.
So eTÖffnet uns diese beschränkte Gruppe der echt-korinthi-
schen Pinakes einen ldaien Einblick in die Schriftkenntnisse
eines Vasenmalers früharchaischer Zeit und lehrt uns, wie viel
epigraphisches Wissen wir bei einer Handwerkergeneration wie
der attischen voraussetzen diirfen, die nach der jetzigen An-
nahme mindestens um ein halbes Jahrhundert später blühte.
3. Die gleiche Sauberkeit und Sorgfalt der Inschriften finden
wir auchbeidenVasen echt-korinthischeiHerkunft. Esgehören
dazu aus dem Brunmschen Verzeichnis die Nummern:
!. Korinth, Ann. d. I. 1862, A.
3. Unbek. Fundorts, A. Z. 1864, 184.
4. Korinth, M.-W. I, 3, 18.
6. Aegina, Mon. d. I. III, 46 — Welcker, A. D. III, 6.
7. Kleonae, A. Z. 1863, 175.
11. Korinth (?)*), Ann. d. I. 1862, B.
12. Karystos auf Euboea: Benndorf, gr. und sic. V. B. XXX,
10=Heydemann, gr. V. B. VII, 3,

*) Michaelis a. a. O. p. 59: s'La provenienza corinzia mi fu assicurata dal
Postolakka, mentre pare meno certa secondo il Papasliötis".
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