Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

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niiisseu wir jetzt eine Scheidung in zwei Gruppen archa,isierender
Gefässe unternehmen, von denen ich nur die niit Inschriften ver-
sehenen hier in Hetracht ziehe^). Der von Helbig und Brunn
hereits erkanuten Caeretaner etruskisch-korinthischen Hlasse tritt
nämlich eine Reihe von Geiassen zur Seite, die, den korinthi-
schen Originalen näher stehend, sich doch hestimint ais Produkte
späterer Zeit von denselben scheiden lassen. Ieh nenne als Bei-
spiele die Berliner Amphiaraosvase (1655; Mon. d. I. X, 4 u. 5;
Caere , iiber deren stilistischeEigentümlichkeiten neuerdingsBrunn,
Certosa -j p. 192 gesprochen hat, ferner die drei Gcfässe Mon. d.
I. II, 38, a und h (Caere) und M.-W. t I, 18, 93 (=Duhois-Maison-
neuve, introduction etc. pl 27 = hr. Mus. 559 = C. I. G. 7373;
Capua), üher die sich Brunn, Probl. § 13 vor 16 Jahren noch
zweifelnd äusserte, die wir aher jetzt hestimmt als matte Imita-
tionen der Masse der echt korinthischen Gefässe gegeniiherstellen
miissen. Sodann reihe ich hier Jahrh. d. I. 1886, I, 10, 1 (= Catal.
Campana II, 6; nach Brunn's Mitteilung aus Caere) und, soweit
ich nach der schlechten Ahhildung urteilen kann, Mus. Greg. II,
17, 2 (= C. I. G. 7374) Caere an h. Auch die zwei kleinen Cae-
retanerLekythen, Ann. d. I. 1866, Q(BrunnNr. 9 und 10) kann
ich unmöglich noch mit Brunn für echt archaisch halten, sondern
teile sie ebenfalls dieser italisch-korinthischen Hategorie zu. Die
gesuchte Zierlichkeit in den Forinen und Stellungen der Rosse
und vor allem in den Figuren der Kämpfenden der wöllige
Mangel an innerem Leben, das uns gerade an den echt-korinthi-
schen Gefässen trotz ihrer primitiven Kunststufe stets aufs Neue
anzieht, lassen mich hier wie hei den anderen Gefässen höchstens
die mässige Nachbildung eines guten Originales erkennen. Der
dem einen der Kämpfenden beigeschriehene Name
*) Über melircre bisher nur aus Beschreibungen bekmmte erlaube ieh mir
ohne Anschauung der Originale kein Urteil, z. B. Berlin 1657 (Vulci); Neapel,
Mus. Borb. 685 (= 0. I. G. 7378; Nola oder Oapua); Heydemann, Mitt. aus d.
Antikens. in Ober- und Mittelit., 3. hallesches Winckelmannsprogr., p. 87,
Nr. 17 (Sammlung Campana; Caere?)
^) = Die Ausgrabungen der Certosa von Bologna; Abh. d. bayr. Akad.
d. W., I. Kl., XVIII. Bd., I. Abt., 1887.
3) = Müller-Wieseler, Denkmäler der alten Kunst.
^) Die von Brunn (Nr. 8) für eeht gchaltene inschriftlose Vase, Dubois-
Maisonneuve, introduction pl. 61, 1—1, deren Fundort und jetziger Aufent-
haltsort mir unbekannt sind, ßndet wohl ebenfalls besser hier ihren Platz.
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