Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 11
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woiüber später mehr. Zunächst wollen wir für sie den Nainen
kampanisch-korinthische Gruppe festhalten. Den weiblichen
Bronzekopf freilich im Berliner Museum, der zwei Namen der
Vase M.-W. I, 18, 93 wiederholt und aus &rossgriechenland stam-
men soll, dürfen wir nicht zur Unterstützung dieser Annahme
herbeiziehen. Kirchhoif(p. 165 Anm. 1) verweist ihn ohne Zweifel
mit Recht in das Gebiet der Fälschungen.
5. Eine zweite Klassc von in Italien gefundenen archaisierend-
korinthischen Glefässen mit mythologischen Scenen und Inschiiften
tritt uns in der von Brunn nach Helbig's Vorgange ausgeschie-
denen Gruppe der grösseren Caeietanei sog. pseudokorinthischen
Vasen entgegen, zu denen sich seither das Berliner Gefäss 1652
(Mon. d. I. X, 52, 1—3: Caere) gesellt hat. Ich glaubte, mich
hier ganz kurz fassen zu dürfen, da mir durch Ilelbig (Ann. d. I.
1863, 210 lf.), dem auchBrunn folgt, ganz entschieden die Ent-
stehung dieser Gefässe, für welche ich im Gegensatz zur oben
besprochenen kampanisch - korinthischen Gruppe den Nainen
etruskisch-korinthische Gruppe vorschlage, in lokalen Caeretaner
Fabriken nachgewiesen scheint, besonders auch, da keines
dieser Gefässe bisher inGriechenland zumVorschein
gekommen ist. Man hat indessen in neueTer Zeit selbst bei
diesen Gefässen den nach meiner Ansicht otfen auf der Hand
liegenden Gedanken an Imitation abgewiesen. Brunn hat (Cer-
tosa § 22) die Haltlosigkeit der Helbig'schen Ansicht dargethan,
der sich neuerdings durch caeretanische Funde bestimmen liess,
seine friiheren zweifellos richtigen Ausführungen zurückzunehmen ;
hier sei noch auf einige epigraphische Eigentümlichkeiten auf-
merksam gemacht. Ich beginne mit dem bedeutendsten Gefässe
der gesamten Kategorie (Brunn, Probl. p. 117), dem Auszuge
Hektors Mon., Ann. und Bull.d. I 1855, Taf. 20 (==C. J.G. 7379),
das Helbig (p. 224) allerdings noch für echt erklärt. Wie anders
schon die äussere Erscheinung der Inschriften, der matte und üaue
Duktus der Buchstaben gegenüber den klaren, präcisen und sorg-
faltigen Zügen der Inschriften auf den echt-korinthischen Gefassen.
Anstoss muss sodann das Q vor T in ^QTOF* erregen, über welches
oben § 4 zu vergleichen ist. Ein überüüssiges M hinter 2E (hier in
MIA^OQ) fanden wir bereits auf der echten Dose des Chares.
Auch das seltsame ^ statt A in K^MA/^A!^A ist nicht ohne
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