Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 12
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Analogie. da es sich nuch auf eiiier späteien apulischen Vase
(KE^ANAPA) Andet (Ai.-W. I, t,7 = C.I.G. 7692). Doch macht
dieses Gefäss (in Wien) ini Ganzen einen etwas hefiemdlichen Ein-
diuck, der es einer Neupiiifung bedüiftig eischeinen lässt; wie
auch gegen die eine dei' auf dem Gefässe hehndiichen Inschiiften,
da sie eingekratzt ist, bereits von Jahn ein Vei'dacht geäussei't
woiden ist (Wieseler a. a. O., Text p. 106, nachträgl. Bemerk.).
Eingekratzt sind auch die Inschriften der von Urlichs, Beitr. z.
Kunstgesch. Taf. 9, p. 24, verötfentlichten korinthischen Schale in
Würzburg, deren Fundort Caere sein soll:
KBMANAPA
A'tSOEVdOn
^Ö-LO>
Dieselhen sind ausserdem otfenhar unserem in Rede stehen-
den etruskisch-korinthischen Gefässe entnommen und deshalb, wie
mir auch Brunn mündlich versichert, als modern zu betrachten.
Mon. d. I VI, 14 ist das V in BVMM&NA (Ismene) auf-
fahend. Der Spiritus ist echt; vergl. I. G. A. 129 und 2S6.
Mon. d. I. VI, 33 Rnden wir die seltsame Namensfoim
A^AA^FON. Die merkwürdigen Formen F^O$ und A^O^ auf
dem GeGsse Ann. d. I. 1864, OP, die ähnlich auf der kampanisch-
korinthischen Vase Mus. Greg. II, 17, 2 (= C. I. G. 7374) und den
chalkidischen Gefässen C. I. G. 7459 und 7460 (4 und 5 des fol-
genden Verzeichnisses) wiederkehren, sind von Jahn, A. Z. 1866,
p. 200 als Frauennamen erklärt worden.
6. Über das Stilistische dieser etruskisch-korinthischen Vasen
ist Brunn, Probl. §§ 13 und 15 und Certosa § 22 zu vergleichen. Mit
Recht weist derselbe (a. 2. a. O.) daraufhin, dass Ilelbig's früher
geäusserte Bedenken gegen den Archaismus dieser Gefässe und
sein gewiss richtiger Hinweis auf ihre grosse Verwandtschaft mit
etruskischen Monumenten doch zu Rechte bestehen bleiben müssen,
auch wenn die Gefässe wirklich aus anderen Gründen für echt-
altertümlich zu gelten hätten. Wir miissen eben umgekehrt
wie Helbig schliessen: nicht weil die etruskisch-koiinthischen
Gefässe mit gewöhnlichen s. f. Vasen u. s. w. zusammen gefunden
wurden, sind sie nun fiir archaisch zu halten, sondern: weil die
s. f. Vasen u. s. w. mit den etiuskisch-korinthischen Gefässen
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