Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 20
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deutet vielleicht a,uch der aseltsanieK (Kiichhotf p. 126) Name
(C. I. &. 7459) hin, dei mit dem xAo^u'rog eines Kan-
tharos der Basilicata (Mommsen, unteritalische Dialekte, p. 270;
C. I. Gh 8493; hrit. Mus. 1767) und dem römischen Namen Clo-
vatius zu vergleichen ist.
Gregen die Annahme, dass diese chalkidischen Gefässe etwa
wie die ohen besprochenen Caeretaner etruskisch-korinthischen
und HpseudoattischenK Gruppen in Etrurien entstanden seien,
spricht der Umstand, dass eines der Gelasse (Nr. 6) aus Noia
stammt. Nr. 1—5 alleidings sind aus Yulci, Nr. 9 aus Chiusi,
Nr. 8 wahrscheinlich aus Caere. Der Fundort von 7 und 10 ist
mir unbekannt.
So trelfen wir hei dieser Gruppe zum ersten Male auf ganz
sichere Spuren von Gefässfabrikation auf süditalischem Boden,
und gewinnen dadurch eine Thatsache, die für den weiteren Yer-
lauf unserer Untersuchungen von grösster Bedeutsamkeit ist.
10. Die Gefässe der kyrenäischen Grnppe sind inschriftlos
bis auf die in Yulci gefundene Arkesilasschale (Mon. d. I. I, 47),
die ich mit Brunn (§ 16) unbedingt für echt halte, während ich,
soweit ein Urteil nach Abbildungen erlaubt ist, an der echten
Altertümlichkeit des grössten Teiles der anderen hierher gehörigen
Gefässe (vgl. A. Z. 1881, p. 215 ff. und Taf. X—XIII), deren
Fundorte sich auf Etrurien und Kanrpanien verteilen, Zweifel
hege. Kirchhoff (p. 65 f.) nimmt von epigraphischer Seite aus
nach Puchstein's Yorgang (A. Z. 1880, p. 185 f.; 1881, p. 215 if.
Kyrene als Entstehungsort dieser berühmten Yase an, und wir
können vom Standpunkte der Archäologie aus nur unsere volle
Beistimmung zu erkennen geben, so dass das weitumhergetiiebene
Gefäss nun endlich wohl von seinen Irrfahrten in den Hafen der
Ruhe einlaufen wird. Uber die Provenienz der nachgeahmten
Gefasse dieser kyrenäischen Gruppe erlaube ich mir noch keine
sichere Yermutung. —Die Yasen freien Stiles, die sich in grösserer
Anzahl in Bengazi und Umgegend gefunden haben, halte ich —
abgesehen von den dorthin wohl sicher aus Athen importierten
panathenäischen Amphoren (vgl. § 70) — ohne Bedenken fiir
kyrenäisches Fabrikat. Dass Tbonlager in der dortigen Gegend
voihanden waren, kann ich zwar nicht litterarisch bezeugen, wird
indess durch die Arkesilasschale wahrscheinlich gemacht, die in
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