Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

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Kyiene entstanden ist; und waium sollten wii' den doit lebenden
Griechen nicht ebensogut wie einem Athener die Fähigkeit zu-
tiauen, ein Thongetass zu fabiicieien? Dass feiner auch schon in
altei* Zeit in dei* Kyienaika Vasenfabiikation geblüht hat, wii'd
mii* wahischeinlich duich die Veibindung, in welchei* Kyiene mit
seinei* Mutteistadt Theia stand, von dessen bedeutendei keia-
mischei Industiie in aichaischei Zeit wii noch jetzt zahlieiche
Beispiele besitzen. Füi die Zeit, die zwischen dei Entstehung
dei Aikesilasschale und dei jenei Grefässe maleiischen Stiles liegt,
ist es alleidings um unseie Kenntnis kyienäischei Vasenmaleiei
schlecht bestellt. Jedoch daif uns diese Lücke nicht wundei
nehmen, wenn wii bedenken, wie wenig wiiklich echte Beispiele
von Gcfässmaleiei des 5. Jahih. wii aus Attika selbst besitzen
(vgl. § 17 und 18). Genaueie Nachgiabungen in Bengazi und
an andein Oiten wüiden gewiss übei diesen Punkt Klaiheit
biingen. Entsinne ich mich doch genau, in einem dei übei die
Kyienaika handelnden Spezialweike — das Citat ist mii leidei
entfallen — gelesen zu haben, dass awii das alte Kyiene iibei-
haupt noch nicht ausgegiaben haben K. Möglicheiweise hat auch
die Unteiweifung Kyienes untei die Obeihenschaft dei Peisei
untei* Daiius I. am Ende des 6. Jahih. ein Zuiückgehen des
hellenischen Elementes zui Folge gehabt. — Und wo könnte die
Aikesilasschale andeis entstanden sein als an dem Oite, nach
welchem ihie Daistellung weist? Ich nehme hiei Bezug auf die
voizüglichen Beobachtungen Puchstein's, dei A. Z. 1880, p. 185 f.
die giosse Veiwandtschaft unseiei Schale mit ägyptischen Monu-
menten eingehend bespiochen und dieselbe in mehieien Einzel-
heiten dei Daistellungen, die ich hiei nicht wiedei heiühien will,
übeizeugend nachgewiesen hat. Auf welchem Wege das Gefäss
von Kyiene nach Italien gekommen sein mag, lässt sich allei-
dings schwei sagen.
11. Nach dem gleichen Fabiikationsoit wie die Aikesilas-
schale veisetzte wegen des Alphabetes ihiei Inschiiften Kiichhotf
in dei 3. Auflage seinei Studien (p. 114) eine in Etiuiien ge-
fundene Amphoia dei fiüheien Sammlung Canino mit dem
Künstleinamen Piaxias (Klein, M.-S. p. 31 f.). Das leidei* un-
publicieite Gefäss ist ein inteiessantei und diesmal untei keiner
Bedingung zu bestieitendei Beweis fiii die Thatsache, dass man
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