Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 25
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schiänkt geblieben sind, denen sie ihie Namen veidanken, son-
dern dass man an einem und demselben Oi'te beieits in wirklich
archaischer Zeit Geiässe in den veischiedensten Stiien fabricieit
hat: diesen Schluss nus den Veihältnissen von Naukratis zu ziehen,
muss ich indessen ablehnen, da wir es hier nicht mit autochtho-
nen Hellen, sondein mit Einwandeiein zu thun haben, die in dei
neuen Heimat in dem ihnen von fiühei übeikommenen Stiie weitei
aibeiteten. Ich gehe dabei stets von der Ansicht aus, dass so
gut wie sämtliche in Naukiatis ausgegiabenen Gefässe an Ort und
Stelle gefeitigt sind. Wie die dort gefundnen Vasen des Niko-
sthenes (p. 52) und Pamphaios (p. 52, Anm. 1) lehren, denen sich
einige a. a. O. eiwähnte Gefässe im Stile des erstgenannten
Maleis und mehrere auf pl. XIII abgebildete Scherben anreihen
mögen, sind allerdings in späterer Zeit Gefässe von auswäits nach
Naukratis impoitiert worden. Dies mag indessen seinen Grund
in dcm durch die zweifache Invasion der Peiser (525 und 345 v.
Chr.) veianlassten Sinken der Blüte von Naukratis haben, welches
vielleicht auch den Niedergang der Vasenindustiie nach sich zog ').
Dass jedoch auch spätei die keiamische Pioduktion nicht ganz
eiloschen wai, bezeugen die Abbildungen einigei Tenakotten,
die diesei Zeit angehdien (z. B. pi. XV und XXIX.) Zui Kennt-
nis der doitigen Vasenmalerei während der peisischen Peiiode
wäie die Abbildung dieiei Schaienfiagmente mit roten Figuren auf
weissem Giunde eiwünscht ))of piobably about 450 b. C., in the
üne style of the Athenian polychiome lekythi and piobably of
Athenian woikmanship<t (p. 52). Dei Veigieich dei Zeichnung des
einenFiagmentesmitdeiimJouinalofphiiology VII, 1876/77, pl. I
und II abgebildeten, duichaus tektonischen Schale von Kameiros
lässt mich indessen veimuten, dass die genannten Fiagmente dei
nämlichen späten Zeit wie dieses Gefäss angehöien. Füi die
loka I e Entstehung dei Gefässe von Naukratis spiicht die an
') Vgl. p. 8: xThc Persian invasion toid seriously on the prosperity of the
city. This is curiously evident in the proportion of the pottery which I have
found there. In a perfectly impartial collection of pottery of all periods found
in the torvn, there is fifty or a hundred times as much belonging to the cen-
tury or century and a half before the Persian invasion, as to the century and
a iialf of the Persian dynasty; a simple hut clear proof of the falling oif in
the richness and importance of thc cityn:
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