Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 29
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Xeit, wo der Gebrauch von Q bereits abzunehmen begann, da es
nur einmal (in QOPA+^) erscheint, sonst aber vor O und V
durchgängig K geschrieben ivird. Fiir den Hauchlaut findet sich
überaU die geschlossene Gestalt des Zeichens (H in HA({)POA]TE,
Full. d. I. 1863, p. 192, ist, wie mir Hrunn versichert und wie
auch die Abbildung in den Wiener Vorlegebl. II, 1—5 beweist,
ein Druckfehier), während für Theta die ältere Forrn ^ neben
der jüngeren in Gebrauch ist. Erstere hndet sich, wenn ich recht
gezählt habe, nur dreimal, letztere zehnmal. Hierin zeigt sich
bereits deutlich der Unterschied der Vasen- von den Steinin-
schriften. Denn während auf diesen sich niemals B neben O
findet (Kirchhoü' p. 95), haben wir es hier fast durchgängig.
Deshalb wage ich es auch nicht, die Francoisvase etwa vor die
attische Inschrift des Hermenpfeilers von Sigeion (I. G. A. 492;
spätestens vom Ausgange der ersten Hälfte des 6. Jahrh., Kirch-
hoff p. 25) oder vor die Inschrift der athenischen Stoa in Delphi
(I. G. A. 3a, p. 169; '<sub Pisistrati tyrannidefj zu setzen, welche
bereits die gedifncte Gestalt H des Hauchlautes haben, da die-
selben andererseits noch die ältere Form des Theta mit dem Kreuz
im Runde $9 gebrauchten, die auf der Francoisvase fast ver-
schwunden ist. Auch aus den übrigen Ruchstabenformen ge-
winnen wir keine sichere Datierung. Während Ny noch imrner
ungleich lange Schenkel haben soll A . hnden sich für My und
Epsilon neben den älteren und E bisweilen auch die jüngeren
Formen JJ und J5. Die letzteren nsi trovano bensi, ma piuttosto
per una certa trascuranza del pittore, che forma quasi la trans-
izione ad un uso piü costante di queste formeft (Brunn, Bull. d.
I. 1863, p. 189). Wir können nach Allem nur sagen, dass das Ge-
fäss in die zweite Hälfte des 6. Jahrh. gehört, und dieser Daticrung
entspricht auch der Stil der Darstellungen vollkommen. Der Man-
gel jeglicher Konsonantenverdoppelung, die nach Meisterhans')
p. 38 seit 550 sich regelmässig hndet, verweist — falls wir wirk-
lich aus der sehr geringen Menge von Steininschriften des 6.
Jahrh. einen Schluss ziehen diirfen — die Vase eher in den

') Grammatik der attisclien Inschriften, 1885.
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