Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 36
DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/arndt1887/0052
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
36

Yase nachgeahmten Stiles hndet, hiei nicht heweisend sein kann:
ctie heiden anderen Beispieie sind haltlose Kombinationen. Aucii
Kiein wendet sich gegen ohige Annahme und eikläit untei dem
Beifalle Schneidei's die Foim IAEV^ aus dei wiiklichen Aus-
spiache des Doppelkonsonanten. xEs wai z/g odei z/ii heah-
sichtigt, die Metathesis M = C kann nicht mehi wun-
dei nehmen als die cy = = t/' in ey^Ktnpgy«. Duich diese
zum mindesten gewagte Hypothese weiden die Foimen A^EV^
und KQVEt'MiO^ leidei auch nicht eikiäit.
Ahei müssen wii denn übeihaupt, um hiei klai zu sehen,
in diese entlegenen Tiefen phiiologischei Weisheit hinahsteigen,
wo gequälte Kombinationen und waghalsige Veimutungen uns
den iilick nui tiüben? Dei Stil des Gefässes weist uns den Weg
zui Lösung. )) Yon Yeiständnis und Soigfalt ist in dei Aibeit des
Vasenmaleis nicht viel zu spüien und zu itihmen. Die Zeichnung
ist nachlässig unci entbehit tiotzdem des Reizes, den bei allei
Flüchtigkeit die zahlieichen attischen Oiiginalschöpfungen cliesei
Peiiode gewähien« (Löschcke p. 110). Löschcke eikläit sich diese
Thatsache duich die ohen eiwähnte Annahme dei Kopieiung eines
koiinthischen Oiiginals. Ahei woduich sind wii beiechtigt, dei-
aitiges von einem attischen Yasenmalei des 6. Jahih., auf welche
Zeit dei Gehiauch des B deutet, voiauszusetzen? Dem wiclei-
spiicht doch Alles, was wii von dei gesunden und unabhängigen
Entwicklung des fiühen Aichaismus in Giiechenland sonst wissen.
Lnd was wäie das füi eine meikwüidige Schiulle unseies Maleis,
dass ei, )'um ganz sichei zu gehen und ja nicht zu wenig zu
hieten, einige selteneie doiische Buchstabenfoimen nehen den
attischen beibehielt?« Klein fiagt dagegen mit Recht: «Mutet
man den alten Yasenmalein so viel philologische Schulung zu,
Yaiianten zu notieien, waium sollen sie dieselhen dann wiedei
in den Text gesetzt hahen?« Liegt es denn wiiklich hiei füi die
hesonnene Piüfung nicht am nächsten, den Wink, den uns die
Zeichnung dei Figuien gieht, auch fiii die Inschiiften zu he-
achten, und hiei das Piodukt einei Zeit und eines Landes zu
eikennen, deien Spiache und Kunstweise eine andeie wai und
die mit nachahmendei Iland unseiem Gefässe den Schein echt-
giiechischei Alteitiimlichkeit in Maleiei und Schiift zu veileihen
suchten?
loading ...