Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 45
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Schöne, Museo Rocchi, tnv. I stcht mir, wie ich wiederhole, kei-
neswegs ausser allem Zweifel. Das auffallige Q in
mögen wir deshalh, wie heim ehen hesprochenen Gefässe, fiir einen
vorzeitigen Eindringling halten oder es fiir den italischen Ursprung
der Yasc verwerten (vgl. § 61). Die Wiedergahe des & durch H
in HPME^ und HKATE hat ihre Analogien im Gehrauche
zahlreicher Yasen- und Steininschriften, der wohi eine ge-
nauere Untersuehung erforderte (vgl. Rohert, archäol. Märchen,
p. 198, Anm. 1, zu dessen Citaten ich noch Loewy, Inschr. gr.
Rildh. p. 3;C.I. G.7440: HPME^; C.I. G. 8411: HAENH; Röhl,
Imagines XY, 5 und zweifelnd auch C. I. G. 8350 und hrit.
Mus. 820 fiige). AIso auch hier keine Redenklichkeiten irgendwie
gewichtigerer Art.
19. Diesen griechischen Gefässinschriften stelle ich einige
Reispiele von Inkorrektheiten und AuffälHgkeiten gegentiber, wie
sie uns auf italischen s.-f. und streng-rotf. Yasen hegegnen. Ich
weise hier nur im Yorühergehen anf den Umstand hin, dass fast
auf jeder selhst von den sorgfältigsten italischen Yasen paläogra-
phische Anstösse irgend welcher Art, Yerschreibungen und Nach-
lässigkeiten, denen wir hei den echten griechischen Yasen nur
in Ausnahmelällen, Missverständnisse und Irrtümer, denen wir
nirgends begegnet sind, sich ündcn. und hehe nur einige heson-
ders hezeichnende Thatsachen hervor.
Da tritt uns zunächst die Erscheinung entgegen, dass manche
der Yasenmaler nicht einmal ihre eignen Namen richtig schreihen
konnten'). Mag heutzutage Einer auch noch so geringe Schreib-
kenntnisse hahen: seinen ehrlichen Namen Huber wird er —
wenn er ihn üherhaupt schreihen kann — schwerlich zu Huper
oder Hauper verunstalten. Wie sollen wir es uns da erklären,
wenn Pamphaios seinen Namen auf nicht weniger als siehen
Arten schreiht, während seine sonstigen Inschriften korrekt sind?
TAN(DAIO^ (häuhg)
())AN({)A!0^ (2mal)
rAN<})AO^ (lmalj

') Auf dialektlsche Varianten der Künstlernamen, wie Sakonides neben
Zakonides, Philtias neben Phintias und Phintis komnren wir an anderer Stelle
zurück (§§ 61 und 64).
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