Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 55
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hiei muss man die bewussteWiedeiaufnahme dei alten Technik
zugeben. Vgl. Biunn, Ceitosa §§ 11 und 19, und unten § 71.
Sodann, wo will man die Gienze zwischen Piodukten echt-
aichaischei und solchen späteiei Zeit ziehen? Eine ganz schaife
und exakte Scheidung wiid natüilich nicht möglich sein, abei
immeihin miisste ein geiibtes Auge doch lecht wohl den Untei-
schied zwischen einem im Jahie -180 und einem, ich will sagen,
um 350 gefeitigten Gefässe eikennen kbnnen. Düifen da zwei
so gewiegte Vasenkennei, wie es Fuitwänglei und Klein doch
gewiss sind, so weit in ihien Uiteilen auseinandeigehen, dass
diesei (M.-S. p. 42, Ni. 3) die Beilinei Vase 1848 dem Exekias,
dem Veitietei des stiengaichaischen Stiles zuschieibt, wähiend
jenei behauptet, dei Stil sei dei ))in dei spätaichaischen Giuppe
gewöhnliche')?') Ein andeies Beispiel. Klein lechnet denNiko-
sthenes zu den Veitietein des spätaichaischen Stiles; Fuitwänglei
zählt ihn im Beilinei Ka.talog (1801, 1805, 1806) zu denMeistein
älteien Stiles, otfenbai veileitet duich das Q in N IQCGtDENE^
auf 1801, inwelchem ich nui falschenAichaismus eikenne. Wie
veitiägt sich, fiage ich Klein, das Q, das auf Steininschiiften
nach von Schütz (p. 62) Nceite ante tnedium sextum saeculum
extinctum est« mit dem spätaichaischen Stil?-) Wie veitiägt
sich, fiage ich Fuitwänglei, dei älteie Stil des Nikosthenes mit
dei Thatsache, dass ei auch in loten Figuien geaibeitet hat
(Klein, Ni. 73—77)? Dass ei als Gefähite des Epiktet auftiitt
(Kfein, p. 103, 8), dessen cinei Töpfei Python auch füi Duiis
(Klein, p. 156 f., Ni. 10, 13, 14) geaibeitet hat, wähiend die
Bildei eines andeien seinei Töpfei, des Pistoxenos (Klein, p. 149',
Mnit den besten des Duiis wetteifein?« Des Epiktet, dei duich
den Eiebhngsnamen Flippaichos (p. 104, Ni. 9 und 10) auch mit
Doiotheos in Beiiihiung kommt (p. 109, 3), dem Fieunde des
Afemnon (p. 124, 20), welchei andeieiseits auch mit Kachiylion
(p. 128, 10; p. 130, 14) inVeibindungsteht: Kachiylionabeiwai
*) Ubrigens scheint* mir F. Rccht zu ha.ben, wenn er diese Yase und
ebenso brit. Mus. 58-1 dem Exekias abspricht, da nicht einmal der Lieblings-
name der gleiche ist. ONETOP ist doch nicht dasselbe wie ONETOPIAE^,
und auch sonst als selbständigcr Name bezeugt.
-) Wir Rnden übrigens auch sonst ^ mehrfach in sinnlosen Insehriften
auf Gefässen Rüchtigster Art, die auch die Gegner dem "spätarchaischen« Stile
zuteilen, z. H. München 26, Neapel 2516.
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