Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 56
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der Töpfer des Euphronios (p. 139, 3). So sind wir durch un-
gesuchte Verbindungen aus einer Zeit, in der man noch dns Q
gebmuchte, zur Blüteperiode der rothgurigen Schalenmalerei, zu
Duris und Euphronios gelangt. — Zu dem gleichen Endziele
fuhren uns die Schalen des Tlenpolemos, die Furtwängler (Berlin
1763) der älteren Periode des s.-f. Stiles zuweist, während doch
eigentlich seine Verbindung mit Sakonides (Klein, p. 85, 1), dem
Genossen des Hischylos (ebenda Nr. 3), ihn in die Anfänge der
rotf. Technik rückt. Von Hischylos aber führt der Weg über
Epiktet (p. 101 f., Nr. 2—5) gleichfalls zu Duris und Euphronios.
Und endlich, hilft uns etwa die Annahme eines derartigen
Bspätarchaischen« Stiles über die unten zu berührenden Bedenk-
lichkeiten epigraphischer wie stilistischer Art hinweg, die uns
auf den Vasen der streng-rotf. Kategorie begegnen? Die
ersteren beruhen zumeist auf dem Auftreten zu alter Buch-
stabenformen, die letzteren zeigen sich im Vorkommen künst-
lerischei Einzelheiten, die aufspätere Zeit hindeuten: diese
Gegensätze — auf stilistisch durchaus nicht verschiedenen
Gefässen — zu überbriicken genügt einzig die Postulierung einer-
seits eines früh-, andererseits eines spätarchaischen streng-rotf.
Stiles. Es springt in die Augen, zu wie sonderbaren Consequenzen
man diesen Gedanken eines Mpätarchaischen« Stiles ausspinnen
kann.
lch bin hier ausfiihrlicher geworden, urn an einigen Bei-
spielen zu zeigen, wie gefährlich die Annahme einer fortgesetzten
Handwerkstradition ist, wie unsicher und schwankend der Ver-
such, aus stilistischen Gründen eine friihere und spätere Periocle
zu scheiden. Ich glaube, dass allein eine Trennung in sorgfältiger
und üüchtiger archaisierende Waare das Richtige trifft.
23. Aber wir hnden einstliche epigraphische (wie stilistische)
Bedenken nicht nur in dieser ))spätaichaischen« Kategorie, son-
dern auch bei den beiden Meistern, deren Gefasse allgemein zu
den frühesten Erzeugnissen s.-f. Vasenmalerei gezählt werden,
bei Exekias und Amasis, und sehon durch diesen einen Umstand
widerlegt sich meiner Ansicht nach die Aufstellung eines ))s.-f.
Stiles späterer Zeit«. Auf der Geryoneusamphora des Exekias
(Klein p. 38, 1) lesen wir den Namen KAHQOME, der an sich
schon neben der rVPOKOME derselben Vase auffällig ist. Des
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