Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 74
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der Maleiei nicht anders war, lehit uns die Heschreibung der
Penthesilea auf der Nekyia des Polygnot (Paus. X, 3), 8):
J-er'og e'/oWK yotg ^zoötczorg eq<pepeg xcd yrncddAecog döppcc
enrt i*c5y fioojyff, ähnlich wie sie uns die Vase des Exekias Ovei-
heck, Hei.-Gall. XXI, 6 voifühit. Dainach müssen wii ent-
schieden an den oiientalisch gekleideten Amazonen dei s.-f. Vasen
Oveibeck a. a. O. XVI, 13, Gerhaid A. V. II, 102 und dei
streng-iotf. Wienei Vorlegebl. D, VII, 1, Geihard A. V. IV,
329—330, Miinchen 370 (= Oveibeck a. a. O. XVII, 3, wo Pen-
thesilea selbst als Hellenin gekleidet ist) Anstoss nehmen. Und
so auf noch vielen anderen Ueispielen.
35. Das Motiv des aufgestiitzten Fusses hat in dei Plastik
eist seit Lysipp duichgreifende Anwendung eifahien. 4Vii be-
gegnen demselben alleidings beieits in der Kunst früherer Zeiten,
abei nur dann, wenn das Aufstemmen des Fusses durch die
Thätigkeit dei betreffenden Person begiündet ist. So hat auf dei
Nekyia des Polygnot Antilochos ))rör* c're^oi) eyri yrerpag rtöy nro-
däiyff, weil er orö zrpöcicjTror' xcct r^y xe<po;Z^ e?rc rccrg /epdry
cxpfporepcxtg i^ccor eorrr'f! (Paus. X, 30, 3); so stützt auf dei weiss-
grundigen Lekythos Robeit, Thanatos, Taf. I (= Beilin 2456),
diesei herrlichsten Probe attischer Vasenmalerei, dei bäitige Tha-
natos den Hnken Fuss auf eine Eihöhung, um den Leichnam des
Jiinglings, den er und sein Gefährte Hvpnos zui letzten Ruhe
biingen, bequem und sanft niedergleiten zu lassen, und ebenso
finden sich auf dem Westfriese des Parthenon zwei Jünglinge
(Michaelis Taf. 9, VI, 12 und XV, 29), die ihien linken Fuss auf
einen niediigen Felsen gesetzt haben, um sich die Sandalen be-
quem anlegen zu können. Die weibliche Figur auf dem Ost-
fiiese des Niketempels ist zu schlecht eihalten, als dass wir ihie
Thätigkeit bestimmen könnten. Aber ich wüsste aus voilysippi-
schei Zeit kein einziges Beispiel zu nennen, wo wii, wie bei
zahlreichen Poseidonstatuen odei bei dem Münchner Alexander,
das Motiv des aufgestützten Fusses nui aus kiinstleiischem Vei-
gnügen eben am Motive angewendet fanden, ohne dass es duich
die Handlung des Dargestellten begiiindet wäre. Darum zweifle
ich an dei echten Alteitümlichkeit dei stieng-iotf. Amphoia Gei-
hard A. V. II, 144 und des etwas freieren Gefässes Millin, peint.
de vases ant. = Gal. myth. 57, 228. Mehi Beispiele liefeit viel-
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