Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 122
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(Berlin 1737, »das Schluss-Sigma stand niemals datf, Furtwäng-
ler deutlich an den Spiachgebrauch des Vulgärlateins, wie er uns
in den Versen des Plautus und Terenz entgegentritt?
63. Eher auf Einwirlrung höotischer als römischer Mundart
werden wir hei zwei stilistisch wie epigraphisch zusammengehörigen
Vasen des streng-rotf. Stiles gewiesen, dem Krater mit der Weg-
fiihrung derAethra') und der Amphora mit derVerhrennung des
Krösus - . Die Inschriften lauten:
Auf Nr. 1 :
AKAMAS!
AEOPA
AEMOeON
Auf Nr. 2:
KPOE^OS
EVOVMO
eESEVS
rEPieos:
ANTtOTE.
Im Zusammenhang der hisherigen Betrachtungen werden wir bei
AEOPA und KPOE^OS: zunächst allerdings an römische Sprech-
weise erinnert werden. In dieser werden ai und oi seit den Zei-
ten der punischen Kriege in Stammsilben zu ae, resp. oe geschwächt
,'Corssen , I, 681 u. 705). Da jedoch die Beispiele solcher Trü-
hung aus der älteren Zeit der lateinischen Sprache selten sind,
so werden wir sicherer gehen, wenn wir unsern Blick nach Böo-
tien lenken und speziell nach Tanagra und Platää (Kirchhotf,
Studien p. 141; Larfeld, sylloge p. XVI tf.;, wo in älterer Zeit,
bis zur Aufnahme des ionischen Alphahets um 400 (Meister, gr.
Dial. I, 238) die Schreibung ae und oe ühlich war. Auch die
Verwendung des Q für i9-, die in Attika um die Mitte des fünf-
ten Jahrhunderts auffallend wäre (vgl. §. 24), und ebensö fiir y3)
würde ihre Erklärung im höotischen Ersprung der Gefässe ßnden
(fiir vgl. Kirchhotf p. 142; für <p I. G. A. 133). Demselhen
') Overbeck, Her.-Gall. XXVI, 14; Mon. d. I. II, 25; Br. Mus. 786; Cat.
Durand 411; C. I. G. 7746, Vulci.
2) Baumeister s. v. Ilroisos p. 796, Abb. 860; Welcker, A. D. III, Taf. 33;
Mon. d. I. I, tav. 54 u. 55; Cat. Durand 421; jetzt in Faris; Vulei.
3) $ für <p hat aueh die Vasenaufschrift Revue Arch. N. S. XVII, p. 345f.:
(Psapho-Sappho).
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