Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 130
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VI. Kapitel.
67. Die epigi'aphischen Heobachtungen wiirden indessen
mangelhaft sein, wenn sie nicht durch eine Reihe anderer That-
sachen gestützt würden.
Unsere geringe Kenntnis der kampanisch-griechischen Kunst,
die wir fast nur aus Münzen und Wandgemälden schöpfen, er-
schwert es freilich ungemein, stilistische Einzeiheiten auf den
Vasen nachzuweisen, die nichtattischer, italischer Natur sind.
Man nehme deshalb die folgenden Beobachtungen, die zum ersten
Male diesen VeTSuch wagen, nachsichtig auf!
Auf attischen Monmnenten ist mir kein Helm bekannt, wel-
cher mit seitlich angehrachten Federn (Valer. Max. I, 8, 6 ed.
Kempf: galea duabus distincta pinnis) geschmiickt ist. Herr
Ministerialrat Baumeister verweist mich auf M.-W. II, 20, 214;
doch ist nach Brunns Ansicht diese Gremme etruskisch. Der
Helmbuscii (7,öyog, crista) ist sehr wohl von diesen Fedcrn zu
scheiden; rm srnpü ?,cb V -roü xoüiioog hei Aristoph. Ach. 1103
ed. Mein. sind zwei von den v. 1107 genannten zpecg Aöyoc.
Sehr häuüg dagegen ünden wir diesen Schmuck auf Kunstwerken
italischer und spezieli lukanischer Provenienz. Ich erinnere an
die Helme auf den Wandgeinäldcn von Pästum Mon. d. I. VIII,
21; an das pompejanische Bild Overb., Her.-Gali. XV, 8; an den
rasenden Ilerakles des Pästaner Malers Assteas (Mon. d. I. VIII,
10; Wiener Vorlegebl. B, 1; Baumeister s. v. Herakles p. 665,
Abb. 732); an die unteritalischen Vasen Overb., Her.-Gall. XVIII,
7; XXII, 7; XXVII, 3; XXIX, 9; Mon. d. I. IX, 32 u. 33;
Miinchen 809. Ebenso auf Münzen der römischen Republik,
z. B. Cohen, med. cons. VII, Gens Axsia, t u. 2; XXV, Lutatia,
2 u. 3; Manlia, 1; XLI, Vibia, t9; auf römischen Gladiatoren-
helmen: Overbeck-Mau, Pompeji p. 457, Fig. 254, und auf
etruskischen Urnen: Brunn I, 3 3, 15 (— Overb., Iler.-Gall. XIII,
-6) und 16. Vgl. Baumeister s. v. Mars p. 885. Demnach wer-
den s.-f. Vasenbilder, wie die Amphora Mon. d. I. III, 44 u. 45,
ferner Luynes, vases peints pl. 12; Gerhard, A. V. IV, 264, 3;
Inghirami, vasi ütt. II, 107, und rotügurige, wie Gerhard A. V.
IV, 329 — 330, auf denen wir derartige Federhelme ünden, als
italisch zu gelten hahen.
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