Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 149
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waaie besoigten. Es scheint geraten, diesen Punkt bei zukiinf-
tigen Unteisuchungen nicht aussei Acht zu lassen.
Fiir das Altei dei Gefässfabiikation auf Rhodos eihalten wii
einen Hinweis duich den von Salzmann, neciopole de Camiius,
pl. LIII, und von Conze, Phih-Veis. z. Hannovei 1864 publicieiten
fiuhaichaischen Tellei mit dem Zweikampf des Hektoi und Mene-
laos übei dem Leichnam des Euphoibos. Iviichhoif (Studien etc.
p. 48 f.) hat dessen lokale Entstehung mit giossei Wahischeinlich-
keit nachgewiesen. Dasselbe gilt von einei giossen Anzahl an-
deiei alteitümlichei Hefässe aus den Funden von Kameiios, welche,
in den Museen von Paiis, London und Beilin zeistieut, in dem
oben angeftihiten Weike Salzmanns, dann von Longpeiiei, Musee
Napoleon III, Fiöhnei, les musees de Fiance, auch in dei Photo-
giaphienkollektion nach giieeh. Alteitümein des biit. Mus. von
Stephan Thompson (London 1872) u. A. zum Teil publicieit sind,
eine zusammenhängende Unteisuchung abei meines Wissens bishei
noch nicht eifahien haben. Bedaueilicheiweise steht auch dei
Text zu Salzmann's Weike, dessen Beaibeitung Fiöhnei übei-
nommen hat, und die Veiöffentlichung von Biliottis Tagebuch
mit den ausseioidentlich wichtigen Fundbeiichten noch immei
aus. Also es bltihte in fiühei Zeit auf Rhodos lebhafte Gefäss-
industiie — das ist sichei. Sollen wii nun annehmen, dass die-
selbe allmählich eingegangen sei und Athen von diesei Zeit an
den Bedaif dei Insulanei an Geschin gedeckt habe? Das klingt
unwahischeinlich genug. Wenn man feinei den Vasen von Ka-
meiios einen silbeiweissen Glanz des schwaizen Fiinisses nach-
itihint, dei in Italien fehle (Bull. d. I. 1865, p. 124), so lässt sich
auch diese Thatsache schwei mit dei Annahme veieinbaien, dass
Athen das Fabiikationscentium füi die italischen wie ihodischen
Gefässe sei. Wii weiden demnach sicheiei gehen, auch die spä-
teien maleiischen wie tektonisieienden Gefässe von Rhodos ein-
heimischei Fabiik zuzuschieiben.
75. Die Vasenfunde jtingstei Zeit in Gypem zeigen uns,
dass auch hiei die schon im fitihen Alteitum schwunghaft be-
tiiebene Thonindustiie, deien Reste uns in Gefässen ohne bild-
lichen Schmuck und in Statuen eihalten sind, in dei hellenistischen
Peiiode dem Zuge dei allgemeinen Mode folgte. Ein Expoit von
Athen nach Cypem im 5. Jahih. wiid duich die politischen Vei-
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