Arndt, Paul  
Studien zur Vasenkunde — Leipzig, 1887

Seite: 150
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hältnisse der Insel nicht wahischeinlich gemacht. Untei der
Regieiung des Amasis (570—526) komnit Cypein untei ägyptische
Henschaft (Heiod. II, t82); bald daiauf (525) fällt es mit Aegyp-
ten in die Gewalt dei Peisei (Heiod. III, 19 u. 91). In dem
Kiicgc deiselben gegen Hellas kämpfen die Cypiiei auf peisi-
schei Seite (Herod. VII, 90 u. 98). Wähiend dei Jahre 480—450
eifahren wii vou diei athenischen Expeditionen gegen Cypern:
untei dem Spaitaneikönig Pausanias (Thuk. I, 94 u. 128), vor
dem Aufstande des Aegypters Inaros (Thuk. I, 104) und untei
ICimon (Thuk. I, 112). In diesei Zeit wiid also der Handels-
verkehi dei Cyprioten mit Athen sich schweilich eines besondeien
Gedeihens eifieut haben. Als nach dei Schlacht bei Issus und
dei Veinichtung des Peiseireiches die Insel untei Alexandeis
Botmässigkeit gekommen war, dem die Ptolemäer in dei Herr-
schaft folgten, da wai der Boden fiii das Wiedeiaufblühen der
giiechischen Gefässindustiie voibeieitet. Um die Mitte des eisten
Jahrhunderts v. Chr. wurde Cypern römische Piovinz.
Die Unteisuchungen Ohnefalsch-Richteis ühei die neuesten
cyprischen Ausgiabungen sind bisher. noch nicht sämtlich publi-
cieit; mii wai es duich die Güte des veidienten Leiters dei piä-
histoiischen Ausgrabungen in Obeibayein, des Historienmalers
Henn Di. Julius Naue in Miinchen, vergönnt, das Manuskiipt
Richters nebst den Photographien und Zeichnungen dei Funde
einzusehen. Aus diesen Notizen geht hervor, dass sich mehrfach
schwaizhgurige und rothguiige Vasen in einem und demsclben
Giabe gefunden haben, so dass wir aueh von diesei Seite auf
den späteien Uispiung dei Gefässe gefiihit weiden. Dass diesel-
ben in Cypein selbst gefeitigt sind, wiid duich die sonstige auf
der Insel blühende Thonindustiie wahrscheinlich gemacht. Eine
VeimuthungBiunns, dass deiTöpfei I AHAAE^ eines inCypem
gefundenen Alabastions (Klein, M.-8. p. 222) aus dei kaiischen
Stadt Jasos stamme, wiirde unseie Annahme verstäiken. Daneben
scheint alleidings Einiges aus Kampanien impoitieit zu sein, wie
das veieinzeite Voikommen dortigei Kiinstleinamen auf cypii-
schen Vasen lehrt (vgl. § 84).
Uebei die Provenienz und das Altei andeiei Gefässgruppen
wie dei von Kyiene, Naukiatis, Tanagia, Aegina haben wii be-
reits an andeiei Stelle gespiochen.
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