Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 8
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Als ich mich im Winter 181|- zum Behuf der Ausarbeitung einer
Inaugural-Abhandlung mit Untersuchungen über den Kopftheil des
Gangliensystems zuerst beim Kalb und dann auch beim Menschen
beschäftigte, in der Absicht, die verschiedenen Angaben der Anato-
men über das Vorhandenseyn, die Art Und die Häufigkeit der Ver-
bindungen jenes Systems mit den Hirnnerven zu prüfen, befriedigte
der Erfolg meiner Nachforschungen nicht allein meine Erwartungen,
sondern es boten sich mir unter den gemachten Beobachtungen auch
mehrere neue Thatsachen dar, unter denen ein Knoten an der in-
ner n Seite des dritten Astes vom fünften Hirn-Nervenpaar mit die
Beachtung der Anatomen und Physiologen verdient, indem er, wie
sein ganzes Verhalten zeigt, in einer innigen und wichtigen Bezie-
himg zum Gehörorgan steht.

Wir werden durch diese Entdeckung, wie ich in dem Folgenden
zu zeigen gedenke, den ersten der oben erwähnten Punkte, nämlich
die Lehre von den automatischen Bewegungen des Trommelfells, in
mehrerer Beziehung erhellt sehen. Der andere aber blieb diesen
Untersuchungen zufolge immer noch im Dunkeln, indem ein Zusam-
menhang zwischen dem eben bezeichneten Knoten und dem Hörner-
ven, dessen Nachweisung zur Erklärung dieses Momentes mir noth-
wendig scheint, noch nicht aufgefunden war. Durch die Verbindung,
die ich bei jenen Forschungen zwischen Hör- und Antlitznerven ent-
deckte, hoffte ich der Sache auf die Spur zu kommen; jedoch die
Kürze der Zeit und andere Umstände erlaubten mir damals nicht,
meine Untersuchungen weiter zu verfolgen. Erst ein halbes Jahr spä-
ter wurden mir Verhältnisse geboten, in denen ich einige Zeit zur
Fortsetzung der begonnenen Untersuchungen über jenen Punkt erübri-
gen konnte, und bald ward mir die Freude, Anordnungen zu fin-
den, die ganz meinen Erwartungen entsprachen.

Dass man auf die von mir (im Anfang des Jahres 1826) mitge-
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