Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 13
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Fläche liegt derselbe ganz genau an der innern von jenem Aste des
fünften Nervenpaars. — Nur zuweilen findet sich rücksichtlich der
Lage in so fern eine Ausnahme, als er nicht so nahe an der bezeich-
neten Stelle dieses Nerven gelagert ist und den vorderen Rand des-
selben zum Theil überragt, also mehr nach vorn und innen als ge-
wöhnlich sich befindet. ,

Der Knoten hat eine eiförmige Gestalt, ist von einer Seite zur
andern, nämlich von aussen nach innen, platt gedrückt, von vorn
nach hinten aber etwas länglich. Seine verschiedenen Dimensionen
bieten daher auch einige Verschiedenheiten von einander dar, denn
in letzterer Richtung misst unser Knoten im Durchschnitt 2 — 2^ L.,
von oben nach unten aber 1^ — 2 L. und von aussen nach innen nur
^ höchstens £ L. — Einmal hatte ich Gelegenheit bei einer blödsin-
nig gewesenen Person in der Form desselben eine interessante" Abwei-
chung zu finden, die darin bestand, dass er feine auffallende Aehn-
lichkeit mit dem bei den Wiederkäuern darbot: er war nämlich wie
bei diesen mehr halbmondförmig gestaltet, hatte einen obern conca-
ven etwas dünnem und einen unteren convexen mehr angeschwollenen
Rand.

In Bezug auf Farbe und andere Eigenschaften characterisirt sich
der Ohrknoten wesentlich durch sein röthliches, nur wenig ins Gräu-
liche'spielende Aussehen, so wie seine zarte Beschaffenheit und geringe
Consistenz. Beim Menschen fand ich riicksichtlich dieser Eigenschaf-
ten immer dasselbe, und nie beobachtete ich weder die Festigkeit, noch
das gräuliche, durchaus nicht ins Röthliche spielende Aussehen wie
heim Kalb. Es scheint mir wohl der Beachtung werth und in phy-
siologischer Hinsicht von Wichtigkeit zu seyn, dass dieser und der
Gaumen-Reilheinknoten, die, wie wir späterhin zeigen werden, ihres
Baues und ihrer Verrichtung zufolge in eine Categorie gehören, beim
Menschen und beim Kalb ein entgegengesetztes Verhältniss darbieten.
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