Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 14
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So wie nämlich das Ohrknötchen bei jenem in Farbe, Consistenz und
Grösse mehr mit dem MeckePschen Knoten beim Kalb übereinkommt,
so gleicht letzterer beim Menschen mehr ersterem bei diesem Thier.

Was die Umhüllung unseres Knoten anlangt, so ist besonders zu
bemerken, dass er zunächst von einer feinen, sehr zarten Membran,
einer neurilematischen Hülle, welche ziemlich genau mit der Substanz
selbst verbunden ist, und in der sich die zu ihm tretenden Gefässe
verbreiten, umgeben wird, und dass auf diese ihm eigene Haut ein
röthliches Zellgewebe und Fett folgt, das ihn hauptsächlich nach innen
umgiebt, da seine äussere Fläche, wie schon gesagt, in den meisten
Fällen genau an der inneren des dritten Astes vom fünften Paar an-
liegt. Dieses Fett und Zellgewebe entspricht der Zellhaut der Inter-
vertebralknoten und der rein dem vegetativen Nervensystem angehö-
rigen Ganglien.

Schon aus den äusseren Eigenschaften des Ohrknötchens kann
man einigermassen auf seinen inneren Bau schliessen, der sich beson-, ,
ders dadurch characterisirt, dass es blos aus einer grauröthlichen, zelli-
gen Substanz zu bestehen scheint. Nimmt man das den Knoten umge-
bfinde Fett und Zellgewebe weg,,Und schneidet seine eigenthümli-
che Haut ein, so kommt beim ersten ."Anblick bloss eine weiche pul-
pöse Masse zum Vorschein, die meistens nur an sehr frischen Kör-
pern noch einige Consistenz besitzt; untersucht man dieselbe genauer,
so findet man, dass es diese nicht einzig und allein ist, aus der das
Knötchen gebildet wird, sondern dass auch weisse Fäden mit jener
Substanz sich zum Theil verwebend durch dasselbe treten, die theils
vom dritten Ast kommen, wozu besonders der Flügelnerve zu zählen
ist, theils jenem vom Felsenknoten entspringenden Nerven, den ich
mit dem Namen nervus petrosus superficialis minor bezeichne, an-
gehören. Die Verbindung und Vermischung dieser Fäden ist nicht
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