Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 15
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so innig und genau, wie in jenen Ganglien, die allein dem vegeta-
tiven Nervensystem zugehören, aber -auch nicht so lose und frei, wie
in den Intervertebralknöten.

Die Arterien, die der Ohrknoten erhält, sind im Verhältnis? zu
seiner Grösse sehr bedeutend und zahlreich, und ihnen hat er ohne Zwei-
fel zum Theil wenigstens sein röthliches Ansehen zu danken. Sie kom-
men entweder alle von der mittleren Schlagader der harten Hirnhaut,
oder auch zum Theil unmittelbar aus der inneren Kieferpulsader und
treten theils an seinem hintern theils an seinem untern Rand zu ihm.
Was sein Verhalten zum dritten Ast des dreigetheilten Nerven
und den von diesem abgehenden Nerven betrifft, so ist er mit dem
Stamm des eben genannten Astes nicht allein durch Zellgewebe, son-
dern auch durch mehrere Fäden, die von demselben zur Bildung des
Knoten beitragen, genau und innig verbunden. Diese Fäden, die
einzig und allein von der kleinen Portion des Quintus (d. nervus cro-
taphitico-.buccinatoriusy zu kommen scheinen, und somit der kürzeren
Wurzel des Augenknoten entsprächen, sind meistentheils äusserst
kurz und können erst dann bemerkt werden, wenn man ihn von je-
nem Ast etwas loszulösen sucht; in den Fällen aber, wo, wie oben
erwähnt, der Knoten etwas fern vom dritten Ast liegt, sind sie na-
. türlicher Weise länger und sogleich zu bemerken; dann ist aber auch
die Verbindung nicht so innig wie gewöhnlich. Von den Zweigen
des dritten Astes steht hauptsächlich der Flügelnerve in einer nahen
Verbindung mit ihm und zwar so, dass es bei oberflächlicher Betrach-
tung scheint als entspringe er aus ihm; bei genauerer Untersuchung
aber stellt es sich heraus, dass dieser Nerv bald nach seinem Ur-
sprung einen Theil der Substanz des Knötchens durchdringt und von
derselben etwas aufnimmt. In einer sehr innigen Beziehung zu dem-
selben tritt jener ziemlich dünne Zweig des dritten Astes, der sich im
Spanner des weichen Gaumens ausbreitet und sich durch sein mehr
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