Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 19
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selben erscheinen sehr zart, weich, sehen röthlich aus und kommen
in ihren Eigenschaften mit dem Knötchen vollkommen überein. Der
wichtigste von ihnen, der hauptsächlich berücksichtigt werden muss,
indem er gerade die besondere Beziehung unseres Ganglion zum Ge-
hörorgan beweist, entspringt an dem oberen und hinteren Theil des-
selben, da wo es an die arteria spinosa stösst, läuft an der inneren
Seite dieses Gefässes nach hinten und oben, begibt sich in die Ab-
theilung der Eustachischen Röhre, in welcher der Paukenfellspanner
liegt und senkt sich in diesen Muskel, um sich in ihm zu verzweigen.
Derjenige, welcher bei seinen ersten Nachsuchungen diesen Faden
nicht findet, was bei dessen Zartheit leicht möglich ist, glaube ja nicht
an seiner Existenz oder seinem beständigen Vorkommen zweifeln zu
müssen; auch hüte man sich jenes andere Fädchen, welches ich den
kleineren oberflächlichen Felsenbeinnerven genannt habe und das zum
Ohrknoten geht, für diesen Zweig zu halten. Es ist dies ein Irr-
thum, den man leicht begehen kann, und den ich anfangs einige-
mal begangen habe, vor dem man sich aber wahrt, wenn man auf die
Verschiedenheit in den Eigenschaften beider die nöthige Rücksicht
nimmt; denn der kleinere oberflächliche Felsenbeinnerv hat eine
weissliche Farbe, ist rundlich gestaltet/."dieser aber hat mehr entge-
gengesetzte, schon oben angeführte Eigenschaften. — "Ausser diesem
zum Paukenfellspanner gehenden Faden entspringen noch einige andere
ebenfalls zarte, weiche, röthlich aussehende Fädchen aus dem Ohr-
knoten, welche die innige Beziehung, in der dieser zum Gehörorgan
steht, noch mehr an den Tag legen. Sie entstehen an dem unteren
und hinteren Theil der Anschwellung, entweder getrennt oder ein-
fach und begeben sich zu den beiden Wurzeln, mit welchen der ober-
flächliche Schläfennerv aus dem dritten Ast des fünften Paares her-
vorgeht; mit ihnen verbinden sie sich innig und genau. Wahrschein-
lich gehen sie besonders mit jenen Zweigen dieses Nerven Verbin-
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