Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 21
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letztere aber alle einzig und allein dem vegetativen Nervensystem
angehörigen Anschwellungen begreifen. Dabei gibt Scarpa die cha-
racteristischen Eigenschaften beider Arten von Knoten so an, dass man
die an den drei Aesten des fünften Nervenpaares liegenden Ganglien
weder jenen nocb diesen beizählen kann. Wutzer 1), welcher die
Notwendigkeit der Sonderang dieser Knoten von jenen beiden Ar-
ten fühlte, theilte alle Knoten unseres Körpers in drei Ordnungen:
nämlich in Ganglien des Cerebral-Spinal- und Vegetativen Nerven-
systems. Zu der ersten Ordnung zählt er den halbmondförmigen
Knoten des fünften Paars, den Augen- und Kieferknoten; zu der
zweiten alle Spinalknoten , den des Stimm- und Zungenschlundkopf-
nerven; zu der dritten endlich die im vegetativen Nervensystem sich
findenden Ganglien und den Gaumenkeilbeinknoten. Wenn es auch
mit der Abtheilung der Ganglien des menschlichen Körpers in diese
drei Ordnungen seine Richtigkeit hat, obgleich die Benennung der-
selben mir nicht ganz passend scheint, so lasst sich doch an der Art
und Weise, wie 'Wutzer einige Knoten in die odejr jene Ordnung
brachte, einiges aussetzen. Dass der halbmondförmige Knoten des
Quintus in seinen Eigenschaften sieh einigermassen dem Augen- und
Kieferknoten nähert, kann nicht geleugnet werden, dennoch aber
dürfen wir ihn mit dem Augen- und Kieferknoten nicht in eine Ab-
theilung bringen, indem jener und diese sich auf der anderen Seite
in ihrem Bau und ihrer physiologischen Bedeutung von einander wie-
der wesentlich unterscheiden. Mit mehr Recht vergleicht man das
Gasser'sche Ganglion, was auch schon von einigen Anatomen gesche-
hen ist, und wozu sein Bau und die Lage am fünften Paar, dem
vorderen Interveftebralnerven des Schädels, uns berechtigt und be-
stimmt, mit den Spinalganglien. Eben so wenig als der halbmond-

1} De corporis hnmani gangüorum fabrica atque u»u. Berol, 1817 p. 52 u. ff.

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