Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 22
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förmige Koten des fünften Paars zu der ersten , darf zweitens
das Gaumenkeilbein - Ganglion zur dritten Ordnung gerechnet wer-
den. Wenn auch dasselbe als ein solches zu betrachten ist, das
von der dritten Ordnung zur ersten den Uebergang, wie jenes von
der zweiten zur ersten bildet, so widerstrebt doch seine Lage, Tex-
tur und besonders seine Verrichtung durchaus einer solchen Abthei-
lung, und es bestimmen uns diese Momente ihn in dieselbe Ordnung,
wie den Augen- und Kieferknoten zu setzen.

Wenn man nun der angegebenen Aendernung gemäss die Ganglien
äbtheilt imd für die beiden ersten Ordnungen andere Benennungen
wählt, indem diese nicht bezeichnend und selbst unrichtig sind, so
würden die Knoten unseres Körpers auf folgende Weise zerfällt wer-
den: 1. Knoten des vegetativen Nervensystems, d. h. solche, die einzig
und allein diesem System angehören, Scarpa's ganglia composita. Hier-
her sind zu rechnen die Ganglien in der Brust-Bauch- und Beckenhöhle
und am Halsstück der Wirbelsäule. Sie sind die eigentlichen Cent-
ralorgane, die Mittel- und Vereinigungspunkte für die Nerven des ve-
getativen Lebens. 2. Intervertebralknoten, Scarpa's ganglia simpli-
cia, welche alle Spinalganglien, den Knoten des Stimm- und Zungen-
schlundkopf-Nerven, so wie das Gasser'sche Ganglion und wahr-
scheinlich auch die zu diesem gehörige knotenartige Anschwellung
am Knie des Antlitznerven begreifen. Sie sind als die Entwicklungen
der Fäden der hinteren Wurzeln der Intervertebralnerven in Folge
eines Hinzutritts von Zweigen des Gangliensystem zu betrachten.
3. Knoten der Sinnesorgane (ganglia organorum sensuum), nämlich
Augen-Ohr-Nasen- und Zungenknoten 1). Diese finden sich an den

1) Nasen - und Zungenknoten nenne ich die von J. F. Meckel d. A. entdeck-
ten Ganglien deswegen, weil sie zum Geruchs- und Geschmacks-Organ in ana-
tomischer und physiologischer Hinsicht sich eben so verhalten wie der Augenkno-
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