Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 27
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Ein Fädchen zum Paukenfellspanner konnte ich mit Bestimmt-
heit erkennen, keine Zweigchen aber zum oberflächlichen Schläfe-
nerven auffinden; eben so wenig war es mir möglich einen Zusam-
menhang mit dem Flügel- oder Kaumuskel -Nerven darzulegen.

II. N a g e r.

1) Hase Clepus tinüdM) und Kaninchen (lepvs cuniculus).

Ob ich gleich bei diesen Thieren einen relativ zum dritten Ast
des fünften Nervenpaars nicht unbedeutenden Knoten erwartete, indem
die Untersuchung an anderen mich schon auf ein Resultat aufmerk-
sam gemacht hatte, das die vergleichend-anatomischen Untersuchungen
zu geben versprachen; so wunderte ich mich doch nicht wenig liier
zwei verhältnissmässig ziemlich beträchtliche Knoten zu finden. Beide
liegen fast in gleicher Höhe unterhalb des eiförmigen Lochs, der eine
am vordem, der andere am hinteren Rande jenes Astes und sind
durch eine schmale Commissur mit einander verbunden.

In Gestalt kommen sie so ziemlich mit einander überein, denn
beide, sowohl der vordere als hintere, sind länglich rundlich und
an ihrer inneren Fläche etwas gewölbt, im Ganzen nicht so abge-
plattet wie der Ohrknoten beim Menschen. Ihr Aussehen ist, wie
bei den meisten Thieren röthlichgrau, und in der Consistenz bieten
die Ohrknötchen bei den genannten Thieren gleichfalls von der bei
anderen keine Verschiedenheit dar.

Was die Verbindung mit dem dritten Ast des fünften Paars der
Hirnneriren betrifft, so steht das vordere mit dem Flügel- und Kau-
muskel-Nerven in Zusammenhang, doch so dass jener nicht wie beim
Menschen das Ganglion durchbohrt, sondern beim Abtreten aus dem
dritten Ast ein Fädchen von ihm erhält, und ebenso der andere Nerv.
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