Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

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Spitze der Columella ansetzte, und den Gälvani 1) genau beschrieben
hat. Diesem Muskel kommt aher seiner Lage zufolge nicht die Ver-
richtung des PaukenfeHspanners zu, sondern er hat dieselbe Wirkimg
wie der Steigbügelmuskel bei den Säugthieren. Mit dem Obigen
stimmt auch die Angabe von Blumenbach 2) überein, dass der den
Hammer vorstellende Theil des Gehörheinchens bei den Vögeln, mit
keinem teiisor ti/mpant versehen sey.

Da ich bei den Vögeln weder einen Paukenfellspanner noch einen
Ohrknoten gefunden hatte, so war mir auch das Vorkandenseyn des
letzteren bei den Amphibien höchst unwahrscheinlich. Zwar erwähnen
Geoffroy 3) und Scarpa 4) bei der Eidechse eines Muskels,, der nach
der Meinung von letzterem das Trommelfell spannt. Geoßroy sagt
von ihm: „der obere Theil (des im PaukenfelL liegenden Knöchelchens)
ist vorzüglich durch einen kleinen Muskel (Taf. 1 Fig. 4 e) an einer
Spitze des hinteren Hautknochens, den man den Hinterhauptknochen
nennen könnte, befestigt"; und Scarpa bemerkt von demselben Fol-
gendes i „In Lacerta agili praeterea muscularis substantiae quidquiam
conspiciendum est, quod appendicem cartilagineam introrsum trahens
tympanum, pro re nata, valet intendere." Da jedoch auch bei den
Sauriern das Paukeniell nach aussen etwas convex ist, und dieser
Muskel, rücksichtlich seiner Lage mit dem bei den Vögeln überein-
kommt, so mag von ihm dasselbe gelten, was wir von dem bei die-
sen Thieren gesagt haben.

1) Gomment. Bonon. Bononiae 1783 p. 422;

2) Handbuch der vergleichenden Anatomie. Göttingen 182*. S; 387.

3), Von den Gehörwerkzeugen: des Menschen, der Amphibien und Fische.
Aus den» Französischen. Leipzig 1780. 8. S. 40,

4) Anat. disquisit. d« audituet olfactu. Ed. alt, Mediolani- 1795. p. 31. sechl
»ap. IV. §. 15 Tab. V, Fig. 14 e.
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