Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 40
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bei der Durchschneidung der hinteren Wurzeln, der Rückenmarksner-
ven zwischen den Spinalganglien und dem Rückenmark die Schmer-
zen bedeutender als bei der jenseits dieser Knoten. 5.. Mit dem an-
gegebenen Nutzen der Ganglien stimmt auch ganz ihr Bau überein,
indem nämlich die Nervenfaden in ihnen mehr oder weniger zerstreut
liegen und verwickelt sind, so wie zweitens die Markfäden in ihnen
von einer pulpösen grauröthlichen Substanz mehr oder weniger ge-
nau umgeben werden; denn zur ungehinderten Leitung der Eindrücke
ist ein nicht unterbrochener Fortgang der Nervenfäden durchaus
nothwendig. Auch spricht hierfür noch die anatomische Thatsache,
dass diejenigen Knoten, die, wie die Spinalganglien, in keinem
so bedeutenden Grade die Eindrücke hemmen, keinen so verwickel-
ten und verflochtenen Bau darbieten als jene, welche rein dem Gang-
liensystem zugehören und in einem hohen Grad jenen Nutzen gewähren,
in denen aber die einzelnen Fäden sehr verwickelt und die beiden
Substanzen innigst mit einander verbunden, ja selbst völlig verschmol-
zen sind. — Unter den verschiedenen Einwürfen, die von den Geg-
nern dieser Ansicht gemacht worden sind, verdient besonders die Ein-
wendung von Haase Berücksichtigimg, dass alle Rückenmarksnerven,
die doch zum Theil zn willkübrlichen Organen gehen, Ganglien bil-

den, dass hingegen der Magen, auf den der Wille ohne Einfluss ist,
Zweige vom zehnten Paar, das keinen Knoten besitze, erhalte.
Der, dem die neueren anatomischen und physiologischen Untersuchun-
gen bekannt sind, wird in diesen Einwürfen nur noch Beweise mehr für
die ausgesprochene Ansicht finden; denn die Spinalganglien kommen
allein der hinteren Wurzel der Rückenmarksnerven zu, die blos
Empfindung besitzt, der Stinimnerve aber ist auf der einen Seite
gleichfalls ein Empfindungsnerve und hat auf der andern in seinem
Verlauf ausser zahlreichen Verflechtungen noch einen Knoten und
ein Knotengeflecht.
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