Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 44
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drüse verzweigen, der auf die Aussonderung oder Ausstossung des
Speichels influirt und den Umständen gemäss dieselbe mehr oder we-
niger befördert, so dass hierdurch natürlich die zu heftige Einwir-
kung von Stoffen auf das Geschmacksorgan in Folge einer Verdün-
nung und Verflüssigimg oder auch leichter von Statten gehenden Aus-
stossung gemässigt und gemildert wird, und der sonach in seiner Ver-
richtung mit den übrigen Sinnesganglien übereinkommt.

Nachdem wir nun den Nutzen der Knoten im Allgemeinen und
ins Besondere den der Sinnesganglien betrachtet haben, so bleibt es
uns jetzt noch übrig die Verrichtimg des Ohrknoten weiter auseinan-
der zu setzen. Nicht allein das anatomische Verhalten desselben beim
Menschen, so wie dessen Analogie mit dem Augenknoten, sondern
auch die vergleichend anatomischen Untersuchungen dürfen uns mit
Recht zur Annahme bestimmen, dass er für die automatischen Be-
wegungen des Trommelfells das Centralorgan abgiebt. Die letzteren
zumal bieten uns erstens das Resultat, dass der Ohrknoten sich
Mos bei denjenigen Thieren findet, die einen Paukenfellspanner
haben. Da nun ein solcher den Vögeln und Amphibien höchst wahr-
scheinlich abgeht, und er blos den Säugthieren zukommt, so be-
sitzen auch nur diese das genannte Ganglion. Wenigstens habe ich
es bei allen, die ich zu untersuchen Gelegenheit gehabt, gefunden.

Das Nichtvorhandensein jenes Muskels bei den Vögeln und den
Sauriern lässt sich übrigens schon aus der besondern Anordnung des
Paukenfells bei diesen Thieren vermuthen; denn, wie bekannt, be-
sitzt hier diese Membran ein von der beim Menschen und bei Säug-
thieren entgegengesetzte Richtung. So wie sie nämlich bei diesen
nach innen convex ist, so ist sie es dort nach aussen* Es müsste
also hier das Trommelfell, wenn ein dem Paukenfellspanner bei den
Säugthieren und dem Menschen analoger Muskel existirte, in eine
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