Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 45
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seiner natürlichen Lage entgegengesetzte Richtung gebracht werden,
um in Spannung versetzt werden zu können. Eine solche Einrich-
tung würde jedoch offenbar aller natürlichen Anordnung zuwider
seyn. — Das Vorhandenseyn eines Paukenfellspanners ist aber aus-
serdem auch deswegen bei den Vögeln und genannten Amphibien nn-
nöthig, weil das Trommelfell hier durch die Spitze der Collmnella
nach aussen gespannt ist. — Warum bei den Vögeln und jenen
Amphibien die entgegengesetzte Einrichtung sich findet, ist mir bis
jetzt unerklärlich.

Zweitens geht aus der vergleichend - anatomischen Untersuchung
mit Bestimmtheit hervor, dass der Ohrknoten im Verhältniss zum
dritten Ast des fünften Paars und zu anderen Theilen um so grösser
ist, um so inniger und vielfacher mit dem Gehörorgan verbunden
sich zeigt, je grösser und mehr entwickelt das äussere Ohr erscheint,
-ja dass er bei den Thieren, die ein sehr grosses und bewegliches
äussere Ohr haben, selbst doppelt vorhanden ist. Diess letztere fand
ich beim Hasen, Kaninchen, Pferd und beim Schwein, die alle ein
ausgezeichnet langes Ohr besitzen. Bei ihnen ist zugleich die Ver-
bindung des Ohrknoten mit den zum Gehörorgan in Beziehung ste-
henden Zweigen des dritten Astes am vielfachsten und mannigfaltig-
sten; denn aus ihm entspringt nicht allein ein starker Faden zum
Spanner des Trommelfells, sondern auch zahlreiche Nerven zum
nervus lemporalis superficialis, n. pterygoideus und buccinatorius. —
Denjenigen Säugthieren ferner, die gleichfalls ein ziemlich entwik-
keltes äussere Ohr besitzen, wie die Wiederkäuer, kommt auch ein
grosser aber einfacher Ohrknoten zu. Beim Ochsen, Schaf, Reh
und der Ziege ist der Zusammenhang mit Zweigen vom dritten Ast
des fünften Paares ebenfalls nicht unbedeutend, indem eine sehr starke
und innige Verbindung mit dem nervus buccinatorius Statt findet; zu
dem oberflächlichen Schläfenerven aber begeben sich hier nur schwa-

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