Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 46
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che Fädchen. — Weit kleiner, als bei den ebengenannten ^Säug-
thieren ist der Ohrknoten da, wo wir ein mittelmässiges äussere
Ohr erkennen, bei der Ratze, dem Hund und Marder, beim Ham-
ster und der Ratte, und zeigt sich bei diesen Thieren mit den schon
bemerkten Aesten vom dreigetheilten Nerven mu* zum Theil Und
schwach verbunden, wie diess aus den mitgetheilten Beschreibungen
erhellt. — Am kleinsten und unbedeutendsten endlich beobachten
wir dieses Ganglion bei denjenigen, welchen ein äusseres Ohr fehlt,
wie beim Maulwurf. Hier verlangt die Untersuchimg Sorgfalt und
Geduld, ohne welche man das äusserst kleine Knötchen bei diesem
Thiere nicht auffinden kann.

Aus diesen beiden Punkten, dass nämlich der Ohrknoten sich
blos bei denjenigen Thieren findet, die einen Paukenfellspanner ha-
ben, und dass er um so stärker, mehr entwickelt und mit dem Ge-
hörorgan mannigfaltiger verbunden sich zeigt, je grösser und beweg-
licher das äussere 0nr *st> £ent unwiderleglich und aufs einleuch-
tendste hervor, dass er als Centralorgan für die automatischen Be-
wegungen des Trommelfells betrachtet werden muss; denn er kommt
ja nur da vor, wo ein Spannungsapparat des Trommelfells vorhan-
den ist und wird um so grösser und mit dem. Ohr inniger verbunden
erkannt, je mehr Schallstrahlen durch ein grosses und sehr beweg-
liches äussere Ohr aufgefangen werden. Wir sehen also hieraus of-
fenbar, dass die Spannung des Paukenfells, wodurch, wie wir noch
zeigen werden, die Einwirkung eines zu starken Schalls auf die
Ausbreitung des Hörnerven gemässigt wird, um so bedeutender ist
und seyn muss, eine je grössere Menge von Schallstrahlen von allen
Richtungen dnrch das verschiedentlich eingerichtete äussere Ohr auf-
gefangen wird.

In Beziehung auf die Bewegungen des Trommelfells, deren Ver-
schiedenheit vorerst berücksichtigt werden; muss,, sind wohl diejeni-
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