Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 47
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gen, welche sich in Folge einer von dem Hörnerven auf den Bewe-
gungsapparat des Trommelfells reflectirten Reizung einstellen, sehr
zu unterscheiden von denen, die unmittelbar durch die Schwingun-
gen der Luft erfolgen. Letztere sind wahre mit diesen in Einklang
stehende Vibrationen, jene aber bestehen mehr in einem einfachen
Spannen und Erschlaffen dieser Blembran, was dadurch, hervorge-
bracht wird, dass zu stark auf die Ausbreitung des Hörnerven wir-
kende Schallstrahlen durch die Verbindung dieses Nerven mit dem
Antlitznerven und den Zusammenhang des letzteren mit dem nervus
petrosus superficialis minor sich dem Ohrknötchen mittheilen, das
nunN den empfangenen Eindrücken gemäss einen solchen Einfluss auf
den Spanner des Trommelfells ausübt, dass diese Membran nach der
verschiedenen Heftigkeit des Schalls in verschiedenem Grade gespannt
wird, um die zu heftig auf den Hörnerven wirkende Schallstrahlen
zu massigen. Diese Ansicht stimmt sowohl mit der Erfahrung, dass
nach Durchbohrung des Trommelfells gewöhnlich sehr grosse Em-
pfindlichkeit für starke Töne eintritt, als auch mit den Versuchen
von Savart 1) überein, welche lehren, dass 1. die Verschiedenheit
in der Höhe und Tiefe, nicht aber der Stärke und Schwäche der
Töne Einfluss auf die Vibrationen des Tympanum haben, dass aber
die Gehörknöchelchen in Thätigkeit treten, wenn der Ton sehr stark
wird; 2. dass Membranen bei gleicher Stärke des Schalls im gespann-
ten Zustande weniger leicht und in einer geringeren Ausdehnung vi-
briren, als im Zustande der Erschlaffung, so dass also durch die
Spannung des Päukenfells die Stärke der Einwirkung des Schalls
auf das Ohr gemässigt werde, und der Grad der Spannung steige und

1> Bulletin de la soc. philom. 1822.. p. 90 fl'
de physicpie mai 1824. Tom. 26 p. 5.

und'Annales de chimie et
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