Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 49
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Wirkung der Luft und anderer schädlichen Einflüsse abhält, sondern
auch zu stark" auf das innere Ohr wirkende Schallstrahlen mässigt.
Diess letztere wird bewirkt durch die unter dem Einfluss des Ohr-
knoten stehende Thätigkeit des Paukenfellspanners, in Folge der
das Tympanum nach der verschiedenen Stärke des Schalls in Span,
nung versetzt wird. Bios diese Art von Bewegung des Paukenfells
kann und darf hier berücksichtigt werden, und blos in dieser Hin-
sicht hat die Trommelhaut mit ihrem Muskel Aehnlichkeit mit der
Blendung, indem auch diese nach der verschiedenen Stärke des ein-
fallenden Lichtes Veränderungen erleidet, die eine grössere oder ge-
ringere Verengerung der Pupille zur Folge haben, wodurch die Ein-
wirkung zu greller Lichtstrahlen, wenn auch nicht ganz abgehalten,
doch gemindert wird; darin aber, dass das Tympanum auch unmit-
telbar durch die Schwingungen der Luft in Vibrationen versetzt wird,
unterscheidet es sich von der Iris, indem diese nicht geradezu durch
die Einwirkung des. Lichts zu Thätigkeitsäusserungen bestimmt wird,
wie diess die Versuche von Lambert,, Fontana u. A. lehren. Diese
Verschiedenheit steht offenbar mit dem Sinnesobjekt selbst im we-
sentlichsten Einklang.

Es entsteht jetzt die Frage, ob das Paukenfell vermöge einer
Spannung, ähnlich wie die Iris durch Verengerung der Pupille, nach
der verschiedenen Entfernung des Sinnesobjekts zur deutlicheren
Wahrnehmung desselben beizutragen vermag. Tourtual 1) leugnet
diess,' denn er sagt, dass diess eine der Blendung eigentümliche
Verrichtung sey, von der wir im Gehör als einem der räumlichen
Darstellung fremden Sinne kein Analogon linden. Wenn gleich die
Sawart'schen Versuche beweisen, däss nicht die starken Töne, wie
Bichat glaubte, die Reihe der Gehörknöchelehen veranlassen sich zu

*> Die Sinne des Menschen. Münster 1827. S. 66 und 67.

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