Arnold, Friedrich  
Über den Ohrknoten: eine anatomisch-physiologische Abhandlung — Heidelberg, 1828

Seite: 51
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hang/stehender Nei'venfaden und verbreitet sich ohne Zweifel init
ihm im Labyrinth des Gehörorgans. So wie in den Fällen, wo
der Lichtreiz nicht zu bedeutend ist, durch unmittelbare Affectipn
der mit der Retina sich ausbreitenden Ciliarnerven ohne Vermitte-
lung des Gehirns den verschiedenen Lichtgraden entsprechende Be-
wegungen in der Iris erzeugt werden in Folge einer Rückwirkuno-
des Ciliarknoten auf dieselbe, eben so erfolgen durch Einwirkung
von starken Schallstrahlen auf jenen mit dem Hörnerven sich aus-
breitenden Faden, durch Leitung einer solchen Affection zum Ohr-
knoten und Rückwirkung auf das Tympauum in diesem der Stärke
des Schalls adäquate Veränderungen. Dass aber bei zu heftiger Ein-
wirkung von Schallstrahlen, so dass das Gehörorgan äusserst unan-
genehm afficirt wird, auch das Gehirn Antheil an der Leitung
nimmt, ist mir sehr wahrscheinlich, indem wir hier nicht allein der-
selben bewusst werden, sondern auch Theile in Thäligkeit kommen,
die unter der Herrschaft des Willens stehen; denn wir schliessen
in; -einem solchen Falle nicht allein die Augenlieder, sondern ziehen
auch den Unterkiefer auf und mindern so das Lumen des äusseren
Gehörgangs.

Wach dieser Auseinandersetztung der Bedeutung, welche die Ver-
bindung des Ohrknoten mit dem Hörnerven hat, ist die nächste Frage,
die wir uns zu stellen haben > die, warum der Ohrknoten durch den
Antlitznerven mit jenem in Zusammenhang steht und also dieser
nicht unmittelbar mit dem Hörnerven verbunden ist. Den Grund
hiervon glaube ich mit Recht darin suchen zu müssen, dass der An-
tlitznerve die Muskeln des äusseren Ohrs mit Zweigen versieht und
somit die Bewegungen dieses mit denen des Paukenfells in Ueber-
-einstimmiing gebracht werden. Zwar ist der Nutzen der Muskeln,
die sich an das äussere Ohr befestigen, beim Menschen von geringerer
Bedeutung, indem sie hier gewöhnlich keinen Einfluss auf die Be-
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