Arnold, Friedrich Johann Andreas   [Hrsg.]
Projecte der höhern bürgerlichen Baukunst — Karlsruhe , Baden, 1831

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PLASTISCHE DARSTELLUNGEN

TON MEHREREN

UND ZWAR

1.° Die innere Einrichtung nach den Bedürfnissen. 2.° Die äussere Ansicht,
basirt auf die Grundprinzipien der muthmaasslichen Entstehung und Zwecke
der Baukunst. Hiezu in Kürze die Hauptmomente der Baukunst.

D er Mensch wurde geboren in milden Gegenden , wo ihm die Natur
seine Nahrung selbst reichte, da, wo der Brodbaum wächst, wie Johannes
Müller sagt.

So viel uns bekannt ist, lebten die ersten Bewohner der Welt im süd-
westlichen Theile Asiens, am Fusse des hohen asiatischen Gebirges, unter
dem fruchtbarsten und mildesten Himmel. Man kann annehmen, dass
Baumfrüchte seine erste Nahrung waren. In diesem Zustande hatte er
kein Haus; das Klima und die Natur mussten ihn selbst schützen , weil
er zur Fertigung desselben noch keine Ueberlegung hatte.

Als sich die Menschen vermehrten, verdrängten sie, aus Mangel an
Nahrung, einander, und viele wurden in rauhere Gegenden fortgedrückt;
diese wurden Jäger, ihre Wohnungen waren in Hütten, endlich in selbst
gemachten Höhlen, die schon mühsamer zu bearbeiten waren.

Die Jagd gab nur eine ungewisse Nahrung ; der Mensch lernte Thiere
kennen, die zu zähmen waren, fing sie auf und wurde ein Hirte.

In diesem Zustand wohnte er unter einem Zelte, worin immer wieder
neue fruchtbare Weiden für ihre Viehzucht aufgesucht werden mussten.
Bei diesem Herumziehen mussten sie in Zelten oder Hütten wohnen, die
sie leicht mit sich nehmen konnten, wenn sie einen Ort verliessen, und
auch gleich wieder, wenn sie einen neuen Aufenthalt gewählt hatten,
aufschlagen konnten.

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