Arnold, Friedrich Johann Andreas   [Hrsg.]
Projecte der höhern bürgerlichen Baukunst — Karlsruhe , Baden, 1831

Seite: 30
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Man vermeide daher solche Oerter, wo feuchte Luft ist, besonders
die in der Nähe eines sumpfigten Bodens, wo hei brennender Sonne die
Ausdünstung des Sumpfes, mit denen der Sumpfthiere und Pflanzen
geschwängert, giftige Dünste in ein solches Haus verbreiten würden,
denn durch-sie-entstehen Brustkrankheilen, bösartige Fieber und tausend
andere Uebel.

Der Wind und die Sonne müssen die Luft reinigen können, gleiclrwie
stillstehendes Wasser leicht faul wird, so verdirbt auch die Luft, wenn
sie nicht vom Winde bewegt wird.

Die Lage eines solchen Gebäudes sey daher etwas hoch und frei, nur
muss der Wind nicht aus engen benachbarten Thalern darauf streichen
können, und wo möglich nahe an einem Flusse.

Ferner habe ein soches Gebäude gesundes Wasser. Quellwasser, wo es
angetroffen wird, ist wohl das beste und gesündeste Trinkwasser, insofern
die Quellen nicht in sumpfigen Gips- oder Gij)smergelboden angetroffen
werden, weil das Wasser auf diese Theile eine Auflösung verursacht,
und das Wasser davon mit schädlichen Theilen geschwängert wird.

Das reinste Quellwasser findet man daher in Urgebirgen, wo der Boden
kiesel- und quarzartig ist.

Das Brunnenwasser ist gewöhnlicher anzutreffen, und wenig in der
Güte vom Quellenwasser verschieden, dieselbe hängt ebenfalls von
der Beschaffenheit des Erdbodens, wo ein Brunnen gegraben wird, ab.
Je fleissiger ein Brunnen ausgeleert wird, desto reiner wird das Wasser,
und verliert vorzüglich seine Härte, wenn es ausgeschöpft eine Zeitlang
an die Luft und Sonne gestellt wird.

Die Güte des Flusswassers hängt ebenfalls von dem Erdreich, worauf
es läuft, ab. Das Flusswasser, welches über groben Kiesel und reinen
Sand läuft, ist das reinste. Ein schneller Lauf trägt sehr viel zur Reinheit
des Wassers bei, weil in reissenden Flüssen wenig Fischeleben, und fast
gar keine Pflanzen wachsen, die im ruhig fliessenden Wasser leicht auf-
gelöst, und für die Gesundheit nachtheilig werden können.

Diesen so äusserst wohlthätigen Einfiuss der Natur suche man daher in
allen Theilen eines Zuchthauses zu verbreiten, es sollten daher wo möglich
folgende Anordnungen keineswegs ausser Acht gelassen werden:
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