Arnold, Friedrich Johann Andreas   [Hrsg.]
Projecte der höhern bürgerlichen Baukunst — Karlsruhe , Baden, 1831

Seite: 41
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UEBER KASERNEN.

Bemerkungen. Ueber den Vortheil der Unterbringung des Militär's in
besonders hiezu bestimmten- Gebäuden, genannt Kasernen, und wie solche
technisch eingerichtet werden möchten.

13er wesentliche Vortheil von Kasernen bewährt sich a) in militärischer,
b) in administrativer Hinsicht.

Ad a. Die Kriegsgeschichte der ältern und neuern Zeit liefert hinläng-
liche Beweise, dass nur dann des Feldherrn Pläne in einem Feldzuge
gekrönt wurden, wenn er Disciplin und Ordnung gewöhnte Truppen in
die Schlachtlinien aufstellen konnte; eben so aber auch, dass schon man-
cher wohlberechnete strategische Plan durch Excesse eines Truppencorps
durch die verschiedene Art ihrer taktischen Bildung vereitelt worden ist,
und sich immer die grosse Wahrheit bestätiget hat, das nur Gehorsam
und Ordnung im Dienste den wahren Soldaten bezeichnen und bilden.
Diese unbestreitbaren Vorzüge können jedoch nur unter steter und guter
Aufsicht bei jungen Soldaten erlangt und bei gedienten erhalten werden.

Wie anders aber kann in Zeiten des Friedens eine solche militärische
Aufsicht Statt finden, auf welch andere Art die nothwendige Einheit
und Gleichförmigkeit imDinste Soldaten angewohnt und solche auch wieder
zu jeder Zeit geprüft werden, als wenn Truppencorps in eigends dazu
bestimmten Gebäuden nebst dem erforderlichen Terrain einkasernirt sind?

Wie ist es möglich, ein ganzes Truppencorps , welches bei Bürgern oft
auch noch in entlegenen Strassen einquartiert ist, ohne Nachtheil für den
Dienst und ohne grosse Unbequemlichkeit für die Bürger, schleunigst zu
versammeln, oder gar zur Nachtszeit zusammen zu ziehen ?

Abgesehen aber von diesen Nachtheilen für den Dienst, so entbehrt der
Soldat, der bei Bürgern einquartiert ist, ganz die Schule, in welcher
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