Arnold, Friedrich Johann Andreas   [Hrsg.]
Projecte der höhern bürgerlichen Baukunst — Karlsruhe , Baden, 1831

Seite: 42
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er lernen kann, seine Nahrung sich selbst zuzubereiten; ist er aber ein-
kasernirt, so wird er schon in Friedenszeiten daran gewöhnt, Menage zu
führen, und ist im Felde sodann nie in die traurige Lage versetzt, Anderer
Hülfe zum Kochen zu bedürfen, oder gar den Genuss gekochter Speisen
entbehren zu müssen.

Schon diese mehrfache, den rein militärischen Dienst betreffende Vor-
aussetzungen sprechen für den entschiedenen Vortheil der Kasernen,
welcher jedoch ad b in administrativer Hinsicht von nicht geringerem
Belang ist

Bei der Einquartierung der Soldaten in einer Stadt erhalten solche grössten-
theils nur dürftige ohne alle Vorrichtung zur Aufbewahrung der Montur
und Armaturstücke versehene Kammern, die oft haum demselben so vielen
Raum gestatten, als solche zu ihrem Nachtlager bedürfen. Sie sind daher
ausser Stand gesetzt, die Montur und Armatur gehörig putzen und in
gutem Zustand erhalten zu können, wodurch entweder die Mannschaft
bald in schlechter Bekleidung-erscheinen, oder das Aerarium beträchtlichen
Mehraufwand für die Adjustirung derselben machen muss.

Ein kleines Beispiel möge nur den Unterschied vom Zerreisen der Schuhe
seyn bei Soldaten, die bei Bürgern einquartirt und weit auf ihre Sammel-
plätze haben, gegen solche, die in der Nähe sich befinden.

Wer noch überdiess ganz mit den Folgen der Einquartirungen bei den
Bürgern unterrichtet ist, wird gewiss nicht in Abrede stellen können,
dass hiedurch die Mannschaft mehr Krankheiten unterworfen, und sowohl
die Soldaten als das Aerarium grossen Nachtheilen ausgesezt ist. In jeder
Stadt, wo Garnison liegt, sollte daher auch die Mannschaft in Kasernen
einquartirt werden.

allgemeine Bemerkungen über die Eigenschaften und Beschaffenheit der Ka-
sernen, deren Lage, Grösse und Bauart.

Jede einzelne Waffengattung eines Truppencorps muss auch nach ihrem
individuellen Zweck eigene und abgesonderte Kasernen haben.

Hieraus entstehen daher Infanterie-, Cavallerie- und Artilleriekasernen, die
jedoch im Allgemeinen gleiche Beschaffenheit und Berücksichtigung verdienen.
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