Arnold, Friedrich Johann Andreas   [Hrsg.]
Projecte der höhern bürgerlichen Baukunst — Karlsruhe , Baden, 1831

Seite: 43
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_ 43; . —

Das Erste, worauf man bei ErLaming einer Kaserne zu sehen hat, ist
allerdings ihre örtliche Lage. Man wähle hiezu einen freien, wo möglich
an einem Fluss gelegenen Platz, Lei welcher Bedingung man daher schon
genöthigt ist, die Kasernen ausserhalb dem Mittelpunkt der Stadt zu
erbauen, wodurch auch noch manchen Excessen begegnet wird.

Eine Kaserne, als Wohnort so vieler Menschen, darf durch keine Neben-
gebäude ihrer reinen Luft beraubt , eben so sollen die Abtritte so an-
gebracht werden, dass entweder die Excremente durch Wasser abgeleitet,
oder an solchen Stellen aufgenommen werden, wo der für die Gesundheit
nachtheilige Geruch der Mannschaft nicht fühlbar wird.

Hat man einen solchen geeigneten Platz gewählt, so kann man zur
Eintheilung der Kaserne nach dem erforderlichen Bedürfniss schreiten,
welche man einzeln auseinander setzen wird.

Nach der militärischen Eintheilung eines Truppencorps' richtet sich
auch die technische Anlage einer Kaserne.

Gesetzt es soll eine Infanteriekaserne für ein complettes Regiment erbaut
werden , so müssen zuerst folgende Data angegeben werden :

Aus wie vielen Bataillons besteht ein Regiment?

Aus wie viel Compagnieen ein Bataillon?

Wie stark ist die Anzahl einer Compagnie?

Nach diesen Angaben müssen sowohl die Mannschaft einer Compagnie
als die Compagnieen eines Bataillons unter sich und so nachher die Bataillons
eines Regirnent's miteinander in Verbindung gesetzt werden.

W'ird nach unserer dermalen bestehenden Eintheilung eines Regiments
auf den Friedensfuss das Regiment zu zwei Bataillons und das Bataillon
zu sechs Compagnien gerechnet, so könnte bei folgender Anordnung, nach
der Grundlage unseres Kasernen-Reglements, nur eine zweckmässige Ver-
theilung erlangt werden, die ich mir in anliegenden Plänen zu entwickeln
bemüh ete.

Das Kasernengebäude wird als in zwrei Theilen abgethei.lt, jedoch unter sich
in Verbindung gesetzt, angesehen, und zwar für das erste und zweite Bataillon.

Jeder von diesem abgesonderten Theil der Kaserne muss daher Raum
für sechs Compagnieen haben. Wird daher, was beinahe allein als zweck-
dienlich und am minder kostspieligsten zur Ausführung anzusehen ist,
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