Arnold, Friedrich Johann Andreas   [Hrsg.]
Projecte der höhern bürgerlichen Baukunst — Karlsruhe , Baden, 1831

Seite: 44
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die Kaserne dreistöckig gemacht, so muss an jedem Theil der Kaserne
und in jedem Stock Raum für zwei Compagnieen nebst Zimmer für zwei
Feldwebel, zwei verheiratbete Sergeanten und ein Zimmer für zwei ver-
heirathete Soldaten ausgemittelt werden.

Da der complete Stand einer Compagnie in der Zahl von hundert und
zwanzig Mann und sechs Unteroffizieren angenommen Wird, so erhält in
jeder Abtheilung' und in jedem Stockwerke eine Compagnie Raum für
secbs Säle. Jedes Stockwerk fasst vier Compagnieen.

In einem Saal sind zehn zweiscbläferige Bettladen für zwanzig Mann,
und eine einschläferige Bettlade für einen Unteroffizier.

Bei jeder Compagnie befindet sich noch ein halbes Zimmer für einen
verheiratheten Soldaten.

In je zwei Compagnien Abtheilungen von zwölf Sälen ist eine Menage-
küche mit zwei Heerden, wovon jeder Heerd sechs Koch- und zwei Wasserkessel
hat, erforderlich, die aber am zweckmässigsten in einer kleinen Ent-
fernung angebracht werden muss.

Bei jeder Compagnie ist eine Wohnung für den Feldwebel mit Stube
und Alkov und kleiner Küche.

Der Sergeant von jeder Compagnie erhält ein Zimmer auf der entgegen-
gesetzten Seite der Compagnieen.

In der Mitte von zwei Compagnieen sind die erforderlichen Aufstel-
lungsplätze zum Verlesen etc. der Mannschaft bei ungestümmem Wetter
angebracht.

Die drei Treppen führen in gehöriger Abtheilung die Mannschaft in
die obere Stockwerke.

Bei dem Haupteingange, in der Mitte der Kaserne, befindet sich auf
einer Seile die Wachtstube mit Arrestzimmer , auf der andern die
Wohnung des Kasernendieners.

Im mittlem Stocke oberhalb des Haupteinganges sind die Wohnungen
des Regiments-Adjutanten und Bataillons-Adjutanten, und im dritten Stock
der allgemeine Lehr- und Schreibsaal.

Durch einen bedeckten Gang, der zugleich den hintern Hof für das erste
und zweite Bataillon trennt, geht durch alle drei Stockwerke die Mann-
schaft zu ihren Menagen und auf die Abtritte.
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