Arnold, Friedrich Johann Andreas   [Hrsg.]
Projecte der höhern bürgerlichen Baukunst — Karlsruhe , Baden, 1831

Seite: 47
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MiLlTAiR - REITSCHULEN.

/ium Zureiten roher Pferde sowohl, als zum Reilunterricht der Cavalerie-
Mannschaft sind eingeschlossene Plätze erforderlich, geschieht solches auf
einem freien unbedeckten Raum, so nennt man solches eine Reitbahn. Ist
solcher Raum bedeckt, so dass bei jeder Jahreszeit und bei übler Wit-
terung der Unterricht darin vorgenommen werden kann , so erhält
man ein Reithaus. Das erstere gehört nicht in das Gebiete der Raukunst,
denn hier wird bloss durch eine hölzerne Einfassung, die nicht senkrecht,
sondern gegen ausen sich neigt, mit zwei entgegengesetzt angebrachten
Ein- und Ausgangsthoren, der Zweck zum Reiten erfüllt.

Ein Reithaus, das vollkommen seinem Zwecke entsprechen soll, darf
ja nicht unter fünfzig französische Schuh bereit und dann nicht weniger
als hundert französische Schuh, mithin zweimal so lang seyn.

Es ist zwar bloss die Breite dieses Hauses, was die Kosten so sehr ver-
mehrt , allein wenn man erwägt, wie viel Pferde in einem zu schmalen
Reithaus verdorben , mithin der Kostenaufwand hierdurch wieder ver-
mehrt , und der ganze Zweck nicht einmal dabei erfüllt wird , so ist
dennoch ein breites und verhältnissmässig langes Reithaus das wohlfeilste.

Tab. XIX ist der Grundplan.

a) Vorhalle.

b) Geräthschaftenkammer.

c) Treppen auf die Gallerien.

d) Reitbahn.

e) Kasernenanbau.
Tab. XX Facade und

Tab XXI Durchschnitt eines Reithauses, das ich vor mehreren Jahren
dahier ausgeführt habe. Es ist fünf und sechzig französiche Schuh breit
und 150 Schuh lang.
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