Arnold, Friedrich Johann Andreas   [Hrsg.]
Projecte der höhern bürgerlichen Baukunst — Karlsruhe , Baden, 1831

Seite: 49
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UEBER DIE ANLEGUNG EINES PULVERMAGAZINS.

(Hiervon sind solche für Festungen, die gewölbt seyn müssen, ausgenommen, J

Das erste Erforderniss eines Pulvermagazins ist eine trockene und von
allen Wohngebäuden auf eine Entfernung von wenigstens 3000 Fuss ent-
fernte isolirte Lage. Ohne erstere würde das Pulver soAvohl in Patronen
als in Fässchen gepackt, immer in wenigen Jahren verderben, und das
Leztere ausser Acht gelassen, würde bei einer etwaigen Explosion schreck-
liches Unglück herbeiführen. i

Um beide vorerwähnte Berücksichtigungen noch mehr zu sichern, so
soll ein solches Magazin immer von Holz erbaut werden.

So wie bei allen solchen militärischen Gebäuden nur die Erfahrungen
maassgebend seyn können, so war auch solches hier bei dem Plan Tab.
XXV und Tab. XXVI, sowohl a) in seiner Hauptanlage als, b) in seinen
einzelnen Theilen, die unbedingte Vorschrift.

Ad a. Das Pulvermagazin muss mit einem geräumigen Vorplatz auf
allen Seiten so eingeschlossen werden, dass dadurch der Zugang hiezu
ganz unmöglich für jeden Unberufenen wird. Durch eine hohe Ring-
mauer kann aus mehreren Gründen nicht der Zweck erreicht werden,
denn hierdurch würde der nöthige Luftzug unter dem Magazin gehemmt
und selbst die strenge Aufsicht der Wache über den Vorhof und das
Magazin unmöglich gemacht werden.

Ein tiefer Aha statt einer Ringmauer mit einer Fallbrücke, zu der nur
der Laboriermeister einen Schlüssel hat, würde Beides beseitigen, und
dem Zweck ganz genügen.

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