Arnold, Friedrich Johann Andreas   [Hrsg.]
Projecte der höhern bürgerlichen Baukunst — Karlsruhe , Baden, 1831

Seite: 59
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MAUSOLEUM EINER FüERSTLICHEN FAMILIE.

D as Gebäude hat die Form einer Rotunde, und ist, obgleich es ein
Haus des Todes vorstellt, doch in sich selbst abgeschlossen^ wie das Leben,
welches die Alten symbolisch unter der Form einer Zirkellinie sich dachten.
Eine würdige und wohlthuend erhabene Ansicht des Todes soll durch das
Ganze ausgesprochen werden, hauptsächlich in der Idee des Fortwährens
schön und edel vorhanden gewesener Kräfte. Die Anlage des ganzen
Gebäudes, wie seine plastischen Verzierungen, sollen aus dieser Idee her-
vorgehen.

Das Centrum des Mausoleums bewahrt den Sarkophag des Stammhalters
der Familie, welcher es angehört, und seiner Gattin.

Aus diesem Gemache gehen Gänge in Gestalt von Radien aus , die zu den
Grüften der Kinder führen, die auch wieder von ihrer, mit ihnen ruhenden
Generation umgeben sind.

Eine hohe Kuppel wölbt sich über dem Haivptsarkophag. In den
Hauptnischen sind die wichtigsten Epochen dargestellt , welche das
Menschenleben zu durchlaufen hat.

Zwischen dem Kuppelgewölbe und den einzelnen Grabgemächern ist der
Communikationsgang, der die Zugänge zu den verschiedenen Ruhestätten
anzeigt. Auf dem mittleren Sarkophag ist der Vater der Familie, an der
Seite seiner Gattin schlummernd, vorgestellt. Zu seinen Füssen wacht ein
Löwe, zu den ihrigen ein Hund, als Symbole der Kraft und Treue.

In dem Umkreise, der die Klippel trägt, ist das menschliche Leben
allegorisch auf folgende Weise vorgestellt: Die Peripherie ist durch
Wischen in vier Theile getheilt. In der ersten steht Herkules mit dem
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